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Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 15:34 Uhr

Schweriner fordern : Senioren wollen mehr Beachtung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Beirats-Chef fordert politisches Konzept und Ansprechpartner in der Verwaltung

Fast jeder dritte Schweriner ist älter als 60 Jahre. „Aber es gibt in der Stadtverwaltung keinen Ansprechpartner, der sich speziell um die Anliegen von Senioren kümmert“, sagt der Vorsitzende des Schweriner Seniorenbeirates, Siegfried Schwinn. Und er geht noch weiter: „Es fehlt ein seniorenpolitisches Konzept in der Stadt.“ Ob auf Bundesebene, in der Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD, auf Landesebene oder in den Empfehlungen der Enquete-Kommission „Älter werden in MV“ – überall werde den Bedürfnissen von Senioren besondere Bedeutung beigemessen, erklärt Schwinn. Doch wenn es konkret werde, auf kommunaler Ebene, hapere es.

Beispiel Wohnungen. „Es gibt in der Stadt zu wenig bezahlbaren und auch barrierefreien Wohnraum“, betont der Vorsitzende des Seniorenbeirates. Dass die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) zwei Hochhäuser mit kleinen Wohnungen in Lankow abreiße, sei kein Ruhmesblatt – und werde der Stadt in Form von höheren Wohngeldzahlungen noch auf die Füße fallen.

Doch es gehe nicht nur um Wohnraum, sagt Schwinn. Auch auf das Wohnumfeld komme es an, auf kurze Wege zu Ärzten und Kaufhallen, und überhaupt darauf, die Mobilität von Senioren zu sichern. Der Nahverkehr sei in dieser Hinsicht schon sehr aktiv, aber es gäbe in der Stadt noch weitere Handlungsfelder, sowohl im öffentlichen wie im privaten Bereich, bei den meisten Mehrgeschossern in der Stadt fehle etwa ein Fahrstuhl.

Viele ältere Menschen, vor allem allein stehende, hätten Angst vor einem sozialen Abstieg, schildert der Vorsitzende des Seniorenbeirats. Stichwort Altersarmut. Eine andere Sorge: pflegebedürftig zu werden. „Auch im Alter in den eigenen vier Wänden zu bleiben, ist der größte Wunsch der Älteren in Schwerin.“

Wohnsituation, Mobilität, soziale Sicherheit, Pflege, aber auch Bildungsmöglichkeiten und gesellschaftliche Teilhabe von älteren Menschen – all diese Aspekte müssten Politik und Verwaltung in der Stadt bei ihrem Handeln im Auge behalten, sagt Schwinn. „Wir fordern deshalb einen Demografiebeauftragten in der Stadt oder einen Sachbearbeiter für Seniorenpolitik.“ Und der Beiratschef will es nicht bei Worten belassen. Er kündigt eine entsprechende Initiative in der Stadtvertretung an.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 14:00 Uhr

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