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Zeitung für die Landeshauptstadt

28. Juni 2016 | 22:26 Uhr

Sicherheit : Schweriner legen sich mehr Waffen zu

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Subjektives Sicherheitsgefühl sinkt – Zahl der Anträge für Waffenscheine steigt

Nach den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln und anderen Großstädten wird auch in Schwerin vermehrt über das Thema öffentliche Sicherheit diskutiert. SVZ-Leser erklären an unserem „Heißen Draht“, dass sie sich mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen wünschen. Und „offenbar steigt auch bei vielen Schwerinern der Wunsch, das subjektive Sicherheitsgefühl durch den Besitz einer Waffe zu verbessern“, sagt Henning Foerster, Fraktionsvorsitzender der Linken in der Stadtvertretung. „Dies wäre eine besorgniserregende Entwicklung“, betont der Politiker.

Und in der Tat: Diese Entwicklung ist bereits eingetreten. „Im Jahre 2015 und auch aktuell ist eine stark gestiegene Nachfrage nach diversen erlaubnisfreien Waffen und dem so genannten ,Kleinen Waffenschein‘ zu verzeichnen. Täglich erreichen uns Bürgeranfragen zu den waffenrechtlichen Möglichkeiten zur Eigensicherung“, berichtet Ordnungsdezernent Bernd Nottebaum. Allein in den ersten zwei Wochen dieses Jahres seien schon sechs neue Anträge zur Bearbeitung eingegangen, so Nottebaum. Ein entsprechender Bericht ging gestern auch an die Stadtvertreter.

Der „Kleine Waffenschein“ berechtigt zum Führen von Waffen, deren Besitz nicht erlaubnispflichtig ist. Das sind Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalpistolen. Den Antragstellern wird erlaubt, solche Waffen nicht nur zu Hause, sondern auch im öffentlichen Raum mitzuführen. Und die Voraussetzungen, solche Waffen führen zu dürfen, sind relativ niedrig: Der Antragsteller muss mindestens 18 Jahre alt sein, darf keine Vorstrafen haben, darf nicht drogen- , alkohol- oder medikamentenabhängig sein und darf keine psychischen Störungen haben, lauten die wesentlichen Eckpunkte.

„Kleine Waffenscheine“ werden in Schwerin vom Ordnungsamt ausgestellt. Die Gebühr beträgt durchschnittlich 50 Euro. 2013 wurden acht „Kleine Waffenscheine“ in Schwerin erteilt, 2014 waren es sechs. Im vergangenen Jahr aber schnellte die Zahl auf 15 hinauf.

Die Nachfrage nach richtigen Waffenscheinen für Sportschützen indes stieg nicht. „Wir haben seit Jahren eine konstante Mitgliederzahl von etwa 170“, sagt Frank Westphal, Vorsitzender der Schweriner Schützenzunft.

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erstellt am 26.Jan.2016 | 08:00 Uhr

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