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Zeitung für die Landeshauptstadt

08. Dezember 2016 | 03:03 Uhr

Abwasserentsorgung in Schwerin : Schwerin gibt Geld zurück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Weniger Abwasser als erwartet: Städtischer Entsorger stoppt Ausbau des Schwarzen Grabens

Der Schwarze Graben ist ein Nebenflüsschen der Sude, die wiederum in die Elbe mündet. Doch so unscheinbar der Schwarze Graben auch erscheinen mag, er hat für die Schweriner und viele Bewohner des Umlandes eine sehr große Bedeutung. Denn er nimmt das von der Kläranlage in Süd abfließende, gereinigte Abwasser auf.

Weil mit der Ansiedlung von Betrieben im Industriegebiet in den Göhrener Tannen deutlich mehr Abwasser erwartet wurde, sollte der Schwarze Graben ausgebaut und dabei auch gleich naturnah gestaltet werden. Das hat sich jetzt aber erledigt.

Als das Industriegebiet Anfang der 90er-Jahre geplant wurde, wusste noch niemand, welche Industrien sich dort ansiedeln werden. Deshalb wurde für die Berechnung der Abwassermenge eine in Deutschland vorgegebene Größe angenommen: ein Liter in der Sekunde pro Hektar. Bei 350 Hektar wären das 350 Liter pro Sekunde gewesen. Diese zusätzliche Menge musste bei der Auslegung der Kläranlage und auch deren Ablauf berücksichtigt werden. Daher die Notwendigkeit des Ausbaus des Schwarzen Grabens.

Zuständig dafür wären die Wasser- und Bodenverbände Schweriner Seen und Sude, sowie Boize-Sude-Schaale. Weil aber die Schweriner Abwasserentsorgung (SAE) Hauptnutznießer gewesen wäre, wollte das städtische Unternehmen den Großteil der Kosten übernehmen. Schon 2013 übergab Umweltminister Till Backhaus einen Förderbescheid über mehr als zwei Millionen Euro. Dieses Geld hat die SAE inzwischen wieder zurück gegeben. „Wir können es nicht verantworten, Steuergelder in Millionenhöhe für etwas auszugeben, was heute keiner mehr braucht“, sagt SAE-Werkleiter Lutz Nieke. „Der Schwarze Graben muss nicht ausgebaut werden.“ Er hat noch einmal nachrechnen lassen. Die derzeitige Kapazität von 600 Litern pro Sekunde reicht aus – auch wenn das Industriegebiet einmal voll belegt sein sollte. Denn derzeit ist ein Drittel der Fläche von Firmen belegt, die nicht viel Abwasser erzeugen. Die vorgegebene Größe von einem Liter pro Sekunde und Hektar wird bei weitem nicht erreicht. Das bedeutet auch, dass eine neue Kläranlage nur für die Göhrener Tannen, worüber auch schon einmal nachgedacht wurde, nicht mehr gebaut werden muss.

Anders sieht es beim Strom aus. Schon jetzt ist der Anschlusswert von 18 Megawatt – das ist so viel, wie für die drei Plattenbaugebiete im Südosten der Stadt zur Verfügung steht – ausgereizt. Jetzt wird eine weitere Anschlussleitung verlegt. Wenn die fertig ist, kann nur in den Göhrener Tannen so viel Elektroenergie verbraucht werden, wie in der gesamten Landeshauptstadt.

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erstellt am 11.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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