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Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

Schwerin als Weltkulturerbe : Schüler entdecken Welterbestätten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Angehende Erzieher beschäftigen sich im Kunstunterricht mit der Schweriner Bewerbung und den einzelnen Objekten des Ensembles

Dass das Schloss im Zentrum der Schweriner Bewerbung für die Welterbeliste der Unesco steht, weiß jeder. Doch was gehört außerdem noch zu dem Residenzensemble des Historismus in der Landeshauptstadt? SVZ hatte die Gebäude in einer Serie vorgestellt, jetzt setzen sich die Schüler der Erzieher-Klassen der Berufsschule Gesundheit und Sozialwesen künstlerisch mit dem Thema auseinander.

„Es gibt gleich mehrere Berührungspunkte“, erklärt Kerry Jonitz, die Kunstlehrerin. „Auf dem Weg zur Unesco-Bewerbung ist es wichtig, möglichst viele Menschen mitzunehmen. Und als künftige Erzieher könnt ihr dabei eine Schlüsselrolle spielen, denn ihr seid Multiplikatoren“, sagt die Pädagogin an ihre Schüler gewandt. Dafür sei eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema nötig. Der vom Förderverein ausgelobte Malwettbewerb sei ein guter Anlass. „Und dann gibt es ja auch noch eine historische Verbindung zwischen Schloss und Erziehern. Wer kennt die?“ Gleich mehrere Finger schnellen nach oben. Dass einst im Schloss die Kindergärtnerinnen-Ausbildung stattfand, wissen viele, obwohl es schon mehr als 30 Jahre her ist, als der letzte Jahrgang dort abschloss.

Zur Vorbereitung auf den Kunstunterricht hatte Frau Janitz eine ihrer Schülerinnen mit dem Fotoapparat losgeschickt, um alle Objekte des Residenzensembles abzulichten. Die Fotos wurden an die Wand gepinnt. Dann begann das große Rätselraten. Denn nur Schloss, Museum, Theater und Dom waren schnell identifiziert. Bei Großherzoglicher Dampfwäscherei, Jägerhof oder Grünhaus, Altem Palais, Landeshauptarchiv, Alter und Neuer Artilleriekaserne und den anderen der insgesamt rund 30 Objekte mussten die Berufsschüler passen. Aber Kerry Jonitz war gut vorbereitet, hatte ein Dutzend Exemplare der neuen Broschüre des Welterbe-Fördervereins mitgebracht und so konnten sich die Jugendlichen detailliert informieren.

Die Aufgabe für die Schüler im Kunstunterricht geht aber einen Schritt weiter: Sie sollen von den einzelnen Gebäuden Druckgrafiken anfertigen, die im Wettbewerb eingereicht und später auch öffentlich präsentiert werden können.

Ausprobiert hatten die Schüler in der Vergangenheit bereits verschiedene Drucktechniken wie Hochdruck mit Moosgummistempeln, Siebdruck, Milchtütendruck oder Fingerprint. Für das Welterbe-Kunstprojekt hatte Kerry Jonitz eine dem Linolschnitt ähnliche Technik ausgewählt: Jeder Schüler ritzt mit Schraubenzieher oder Kreuzschraubendreher sein Kunstwerk in Kunststoff-Isolierplatten. Die werden dann mit Farbrollern mit Linolschnittfarbe eingefärbt. Dann wird gedruckt. Zur Vorbereitung des Drucks müssen Sandra, Jenny, Christina, Saskia, Julia, Sarah, Julia, Max und Henry aus der Klasse Erz 61 aber zunächst das jeweilige Gebäude abstrahiert zeichnen. Insgesamt haben sie aber noch einige Monate Zeit, denn Abgabetermin ist erst im April.

Wer sich für Schwerins Weg zum Weltkulturerbe interessiert, kann sich heute um 19.30 Uhr beim Festvortrag der zweitägigen Fachtagung informieren, die derzeit im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais stattfindet.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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