zur Navigation springen

Schweriner Museum : Schleifmühle hat neue Ausstellung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sanierung des technischen Denkmals abgeschlossen: Zum Saisonstart wird auf Schautafeln und in Vitrinen Stadtgeschichte präsentiert

„Schleifmühle in Not“ las die Schülerin Alina Kachel vor vier Jahren auf einem Banner, das über dem technischen Denkmal am Rande des Schlossgartens wehte. Die junge Geigerin erkundigte sich bei Schleifmüller Waldemar Leide nach dem Hintergrund und stellte sich dann mit ihrer Freundin Emilia auf die Schlossbrücke um mit Musik Spenden für die Sanierung der Schleifmühle zu sammeln. „Und so wie Alina haben sich in den vergangenen Jahren viele Menschen dafür engagiert, dass dieses technische Museum erhalten bleibt“, sagte Ludwig Rehberg, Vereinschef des Stadtgeschichts- und -museumsvereins, der als Träger der Schleifmühle fungiert.

„Deshalb ist unsere Mühle heute nicht mehr in Not. Das Gebäude und die technischen Anlagen sind saniert und wir haben zudem eine wissenschaftlich fundierte und museal modern konzipiert Ausstellung“, erklärte Rehberg. Er dankte Ehrenamtlern und Sponsoren ebenso wie der Stadt und dem Land für die Unterstützung, darunter 273 000 Euro an Fördermitteln von der EU, dank der die Schleifmühle jetzt ein echter Besuchermagnet geworden sei. Fast 12 000 Gäste, darunter viele Schüler, seien im vergangenen Jahr begrüßt worden, berichtete Rehberg gestern bei der Feier zum Saisonstart.

Diese wurde zugleich genutzt, die neue Ausstellung zur Geschichte der Schleifmühle vorzustellen, die jetzt im sanierten Obergeschoss zu sehen ist. „Hier verbinden sich Mikrokosmos und Weltpolitik“, sagte Ausstellungsmacher und Volkskundler Dr. Ralf Gehler schmunzelnd. Und er brachte Fakten: Die ersten Schleifmüller waren aus Frankreich vertriebene Hugenotten. In Dokumenten zur Schleifmühle spielen die Napoleonischen Truppen eine Rolle, ebenso die Verlegung der Residenz und der große Schlossumbau. Aber auch der Alltag in Mecklenburg vom Beginn des 18. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. So sei das Objekt 1704 als Pulvermühle in Betrieb genommen worden, diente dann als Lohmühle für eine Gerberei, war Graupen- und Kornmühle, dann Schleifmühle und zuletzt Wollspinnerei und schließlich Abstellgebäude, bis schließlich im Jahre 1985 die Rekonstruktion als technisches Denkmal erfolgte.

Auf Ausstellungstafeln ist über die verschiedenen Phasen zu lesen, ebenso über die zeitlichen Zusammenhänge und das Umfeld. Diverse Fundstücke aus den unterschiedlichen Epochen machen die Geschichte lebendig. Sechs funktionstüchtige und von den Besuchern benutzbare Modelle regen die Fantasie an, Tafeln auf einem drehbaren Wasserradmodell laden zum Mitmachen ein. Hauptattraktionen indes bleiben die beiden vom großen Wasserrad angetriebenen Steinschneide- und -polieranlagen.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Mär.2017 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen