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„Schweriner Sammelleidenschaften“ : Sammlung mit Ansteckungsgefahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hartmut Völtz besitzt nicht nur bunte Pins sondern auch Kronkorken und Briefmarken

Hartmut Völtz ist ein echter Sammler. Münzen, Kronkorken, Pins, Briefmarken, alte Fotokameras, Telefonkarten – es gibt kaum etwas, was der Schweriner noch nicht gesammelt hat. „Von vielem habe ich mich aber bereits wieder getrennt“, sagt er. „Und meine Frau hat mal gesagt, dass ich erst eine Sammlung beenden soll, bevor ich eine neue anfange“, fügt er lachend hinzu. Die Kameras habe er aus Platzgründen bereits wieder abgegeben und auch die Sammlung der Telefonkarten habe sich erledigt. Für die SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ zeigt Hartmut Völtz deswegen seine Pins.

1990 hat er mit der Sammlung angefangen – ganz klein. Mittlerweile füllen die kleinen und großen, bunten und schlichten Anstecknadeln sieben Ordner. Mehr als 2000 Stück besitzt der Schweriner. „Ich habe nach der Wende mit meinen Söhnen die Computer-Messe Cebit in Hannover besucht“, erzählt Völtz, der technisch nicht den Anschluss verlieren wollte. „Viele Software- und Hardware-Hersteller verschenkten Pins, die ich mir an meiner Schirmmütze festgesteckt habe.“ Die Sammelleidenschaft war geboren.

Im Laufe der vergangenen Jahre sind immer mehr Anstecknadeln hinzugekommen. Und der 69-Jährige brauchte ein Ordnungssystem. „Für Kronkorken gibt es besondere Alben, für Pins nicht“, sagt er. Also waren seine Fantasie und Kreativität gefragt. „Aus Industriefilz habe ich Albumseiten ausgeschnitten und die Anstecknadeln dort befestigt.“ Zwischen den einzelnen Seiten schützt ein Stück Schaumstoff die Schätze. Der sogenannte Butterfly-Verschluss hält sie fest.

Geordnet sind die Pins thematisch. Im Technik-Ordner gibt es welche zu Automarken, Handys und Verkehrsmitteln zu entdecken, der Sport-Ordner enthält Pins zu den Fußball-Welt- und -Europameisterschaften oder Vereinen. „Im Sportbereich stehen die Anstecknadeln oft in Verbindung mit Marken“, erklärt Hartmut Völtz.

Sein ältester Pin ist das Ehrenzeichen der Handwerkskammer Schwerin in Silber und aus DDR-Zeiten. „Das erkennt man am Verschluss.“

Besonders stolz ist er auf seine Schätze, die nur in limitierter Stückzahl erschienen sind. Dazu gehört auch der Petermännchen-Pin aus dem Geographie-Ordner, in dem noch weitere Pins zu Schwerin, Mecklenburg, Vorpommern sowie Deutschland und der Welt einsortiert sind. „Ich reise sehr gerne, da bekomme ich die guten Stücke her.“ Auch Freunde, Familie und Bekannte bringen dem pensionierten Baugewerbe-Lehrer Pins mit. Tauschpartner zu finden sei hingegen schwierig. „Die Pins sind eine Nischen-Sammlung.“

Doch für den Schweriner sind die Anstecknadeln in den unterschiedlichsten Formen eine Leidenschaft geworden. „Für mich ist das Sammeln ein Stück Erinnerungskultur, die Bewahrung der Zeitgeschichte. Das fasziniert mich.“ Und es zwinge ihn, Ordnung zu halten. Außerdem trainiere er so sein fotografisches Gedächtnis, denn bei neuen Pins oder auch Kronkorken müsse er sofort wissen, ob er sie schon in seiner Sammlung hat oder nicht.

Zudem möchte er seine Sammelstücke erlebbar machen. Davon profitiert auch sein Enkel Mark. Der Nachwuchs-Sammler wurde von seinem Opa infiziert, hat selber schon Anstecknadeln gesammelt – eine Seite voll mit Dinosauriern oder Ernie und Bert. Und wie der Großvater sammelt auch Mark Kronkoren. „Natürlich nur von Malzbier, obwohl weder er noch ich das mögen“, erzählt Völtz und lacht. Doch die bunten Verschlüsse mit den Figuren aus dem Peanuts-Film hätten es dem Nachwuchs-Sammler angetan. Und wer weiß, vielleicht übernimmt er irgendwann die Sammlungen seines Großvaters. Da sind dann nicht nur Pins sondern auch rund 900 Kronkorken dabei.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 11:45 Uhr

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