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Zeitung für die Landeshauptstadt

04. Dezember 2016 | 17:22 Uhr

Gut leben am Rand von Schwerin : Ruhepol am östlichen Stadtrand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Nähe zur Natur und zum Wasser machen Mueß zur grünen Oase

Etwas weniger als 100 000 Einwohner leben derzeit in der Landeshauptstadt. Doch nicht alle Schweriner haben ihren Wohnsitz in der Alt- oder in der Paulsstadt – viele wohnen in den Randbereichen der Stadt. Doch wie lebt es sich eigentlich abseits des Marienplatzes, fernab vom Schloss und dem Dom? In der SVZ-Serie „Gut leben am Rande der Stadt“ kommen in den nächsten Wochen Schweriner zu Wort, die am Rande der Landeshauptstadt wohnen. Heute erzählen Carola und Jörg Schmaler vom Leben in Mueß.

Die Gaststätte an der Alten Crivitzer Landstraße ist gut gefüllt: Heute treffen sich wieder die Senioren aus Mueß und Zippendorf. Sie spielen Karten und unterhalten sich angeregt. „Die Rommé-Spieler sind wieder zu Gast. Einmal in der Woche spielen sie in unserem Restaurant“, erzählt Carola Schmaler. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jörg führt sie seit 2008 die Gaststätte „Tau Helga“ in Mueß. Im Stadtteil ist sie keine Unbekannte: Vor 51 Jahren wurde die Schwerinerin geboren und wuchs um die Ecke im Consrader Weg auf. „Für die Arbeit bin ich dann einige Jahre weggezogen“, erzählt Schmaler. Doch aus Liebe zu ihrem Mann Jörg sei sie dann zurückgekommen. Und die Rückkehr bereut die Schwerinerin nicht: „Ich fühle mich nicht erst seit 2002, sondern schon immer hier sehr wohl.“

Jörg Schmaler sieht das ähnlich. „An Mueß schätze ich besonders die Ruhe und die Nähe zur Natur. Egal ob in den Wald oder an den See: Alles ist zu Fuß schnell zu erreichen“, erklärt der Koch. Dabei spiele es keine Rolle, dass durch den östlichsten Stadtteil der Landeshauptstadt die viel befahrene B321 führt. Selbst im Feierabendverkehr herrsche trotzdem Ruhe, so der Schweriner.

Doch die Lage am Rande der Stadt hat nicht nur Vorteile. „Einige Jahre nach dem Mauerfall wurde die Freiwillige Feuerwehr hier vor Ort aufgelöst“, erzählt Carola Schmaler. Bis dato sei die Feuerwehr immer der erste Anlaufpunkt für die Mueßer gewesen – egal ob für die gemeinsamen Übungen der Männer oder die Putzaktionen der Frauen. Weniger später seien dann auch die Post und der Konsum geschlossen worden. „Damit kommen wir mittlerweile aber gut klar“, sagt die 51-Jährige. „Was uns aber stört, sind die wenigen Busverbindungen ins Umland. Früher konnten unsere Gäste mit dem Bus kommen, heute müssten sie laufen.“

Doch weg will das Ehepaar aus Mueß deswegen nicht. „In der Innenstadt ist mir zu viel Trubel. Ich lebe gerne hier und will auch nicht weg“, sagt die Gastwirtin. Stattdessen hat das Ehepaar einen Weg gefunden, wie die Rommé-Runden der Senioren auch weiter in ihrem Restaurant stattfinden können: Ab und zu holt Carola Schmaler die Gäste daheim ab und bringt sie danach wieder danach Hause. „Nächste Woche brauchen sie nicht bei mir vorbeizukommen. Ich bin nämlich nicht da“, sagt eine der älteren Kartenspielerinnen. Schmaler nickt und fragt: „Aber dann kann ich wieder fest mit ihnen rechnen, oder?“

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erstellt am 16.Okt.2016 | 23:31 Uhr

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