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Zeitung für die Landeshauptstadt

03. Dezember 2016 | 20:43 Uhr

Chaos in der Schweriner Verwaltung? : Rogahner Straße: Anwohner sauer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Görrieser gründen Bürgerinitiative, um von der Stadt endlich Antworten über Art und Umfang der Erneuerung der Trasse zu erhalten

Die Anwohner der Rogahner Straße und viele Görrieser sind sauer: Zwei Jahre plant die Stadt an der Erneuerung der maroden Rogahner Straße – und an den Anwohnern vorbei. Jetzt droht ein Bau, den die Görrieser so nicht wollen, den die Anlieger aber extrem teuer mitbezahlen müssen. Der Bauausschuss will der jüngst gegründeten Bürgerinitiative Rogahner Straße noch eine Chance geben. In der Dezembersitzung soll die Verwaltung endlich Klartext reden.

Dabei ist die Ausgangslage schlecht. Der Hauptausschuss – nach der Stadtvertretung das wichtigste kommunalpolitische Gremium – hat der Verwaltung bereits einen Freibrief ausgestellt: Sie kann bis hin zur Auftragsvergabe alles so machen, wie sie möchte, ohne noch einmal die politischen Gremien zu bemühen. Eine Katastrophe, sagen die Mitstreiter der Bürgerinitiative.

„Hier wird eine Luxus-Straße mit Rad- und Gehweg geplant, die niemand braucht“, sagt Ronny Mertens, Sprecher der Bürgerinitiative. Nach seinen Angaben gäbe es gerade einmal zehn bis fünfzehn Radfahrer und vielleicht zwei Fußgänger, die die Rogahner Straße pro Tag nutzen würden. Für sie eigene Trassen zu planen, sei Geldverschwendung.

Auch beklagen die Görrieser, dass die Verwaltung immer noch nicht gesagt hat, was die Anlieger für den Ausbau zuzahlen müssen. In der Alexandrinenstraße war das kein Problem. Im Bauausschuss wollte sich Verkehrsplaner Dr. Bernd-Rolf Smerdka zur Rogahner aber nicht festlegen lassen. Die Verwaltung ließ eine anfrage der AfD-Fraktion unbeantwortet. Deren einfache Rechnung: Wenn zehn Anlieger 20 Prozent der mindestens Fünf-Millionen-Investition mittragen müssen, wäre das unhaltbar.

Und obwohl im Bauausschuss, den zahlreiche Görrieser besucht hatten, alle drei Fachdienstleiter der städtischen Baubehörde anwesend waren, gab es keine echten Erklärungen. Gegenüber SVZ hatte Baudezernent Bernd Nottebaum erklärt, dass alle Vorplanungen abgeschlossen seien und die Ausführungsplanung jetzt erarbeitet würde (SVZ berichtete). Bei Smerdka hörte sich das so an: „Wir sind noch nicht so weit. Es ist noch nichts entschieden.“ Es drängt sich die Frage auf, ob im Amt einer vom anderen etwas weiß.

„Warum gibt es keine Tonnage-Begrenzung auf 7,5 Tonnen?“, fragt Ronny Mertens. Und: „Wie ist die Abstimmung mit der Deutschen Bahn?“ Deren Trasse läuft parallel zur Rogahner Straße. Wann ist Baubeginn? Wie lange wird voll gesperrt? Viele Fragen, keine Antworten. Fakt ist: Das Gewerbegebiet Görries wurde einst so konzipiert, dass die Anfahrt über die Umgehung erfolgt. Doch die Laster rollen über die Rogahner Straße an. Die Befürchtung der Bürgerinitiative: „In wenigen Jahren haben wir ohne Tonnage-Begrenzung wieder Schäden“.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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