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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. Juli 2016 | 19:51 Uhr

Nach Missbrauchsskandal in Schwerin : Power for Kids macht weiter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Treff bleibt geöffnet: Caritas gibt Unterstützung, Mitarbeiter werden geschult, Vereinsstruktur auf Prüfstand

Der Verein Power for Kids, der durch den Missbrauchsskandal seines Gründungsmitglieds und langjährigen Leiters Peter B. in die Kritik geraten ist, lässt seine Türen für Kinder geöffnet. Darauf haben sich Vereinsvorstand, Jugendamt und Jugenddezernent geeinigt. Noch am Dienstag hatte der Jugendhilfeausschuss die Schließung gefordert, damit sich der Verein „den pädagogischen Versäumnissen der Vergangenheit und den Missbrauchshandlungen durch sein langjähriges Vorstandsmitglied“ stellt.

Der Verein argumentierte aber gegenüber der Stadtspitze, dass eine Überprüfung der Vereinsstrukturen durch Experten effektiver im laufenden Betrieb sei. Geklärt werden soll dabei, wie über Jahre ein sexueller Missbrauch in 62 Fällen möglich war, ohne dass das im Verein entdeckt wurde.

Parallel will Power for Kids die von Caritas-Chef Rudolf Hubert angebotene personelle Hilfe annehmen. Und die Mitarbeiter von Power for Kids werden Schulungsangebote der Stadt wahrnehmen. Außerdem will die Stadt Unterstützung geben, das pädagogische Konzept des Vereins zu überarbeiten. Daran war in den vergangenen Jahren stets die Anerkennung als Träger der Jugendhilfe gescheitert.

Dass der Treff geöffnet bleibt, trifft keinesfalls überall auf Zustimmung. „Peter B. war nicht nur ein einfacher ehrenamtlicher Mitarbeiter. Er war Mitgründer des Vereins und viele Jahre der Vorsitzende, da kann der Verein jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, so Regina Dorfmann, Geschäftsführerin des Stadtjugendrings. Von der Politik wünscht sich Dorfmann, selbst ehrenamtliche Stadtvertreterin, eine sachliche Debatte, schließlich hätte der Verein jahrelang eine breite Unterstützung durch Mitglieder der Stadtvertretung und des Landtages gehabt und die Bedenken der professionellen Jugendarbeiter seien nicht gehört worden.

Das sieht auch Rudolf Hubert so: „Bis in die jüngste Vergangenheit hinein haben Politiker verschiedener Parteien und politischer Ebenen, dem Verein Power for Kids höchste Anerkennung gezollt.“ Noch deutlicher wird sein Jugendhilfeausschuss-Kollege Axel W. Markmann von der Evangelischen Jugend: „Für mich ist es unerträglich, dass Kinder da immer noch hingehen.“

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erstellt am 16.Jan.2016 | 07:30 Uhr

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