zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

09. Dezember 2016 | 14:36 Uhr

Nach Gewalttaten in Schwerin : Polizei sorgt für Ruhe am Marienplatz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt und Ordnungshüter arbeiten weiter an Konzept für Videoüberwachung. Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Flüchtlinge

„Ich habe Angst, mache mir Sorgen um meine Sicherheit, wenn ich den Marienplatz betrete“, sagt eine 66-Jährige Schwerinerin am Heißen Draht unserer Zeitung. Als älterer Mensch fühle sie sich nach den gewalttätigen Auseinandersetzung der zurückliegenden Monate in der Innenstadt nicht mehr wohl.

Seit Juni waren auf dem Marienplatz immer wieder junge Flüchtlinge aneinandergeraten. Anfang Oktober hatte es auf dem Platz einen Übergriff von Rechten auf Ausländer gegeben (SVZ berichtete). Aus Sicht der Polizei hat sich die Lage auf dem Marienplatz in den vergangenen Wochen allerdings beruhigt. „Es gab keine Vorfälle mehr“, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. „Ein Erfolg unseres Präsenzkonzeptes“, erklärt er. Salow spricht aber auch von einer Verlagerung: Nach den Beobachtungen der Polizei hielten sich junge Migranten nun verstärkt in der Nähe des Seiteneingangs vom Schlosspark-Center in der Wittenburger Straße auf. Eine Rangelei unter jugendlichen Flüchtlingen habe es in dieser Woche aber offenbar auch im Schlossgarten gegeben, so der Polizeisprecher.

Klaus Banner, Manager des Schlosspark-Centers, sieht in puncto Seiteneingang vorerst keinen Grund zur Beunruhigung: „Wir haben nichts Auffälliges bemerkt. Es gab auch keine Beschwerden von Kunden über größere Personenansammlungen.“ Zugleich erneuert Banner aber seine Forderung nach einer Video-Überwachung des Marienplatzes. „Das Sicherheitsgefühl der Bürger würde dadurch wesentlich gestärkt“, so der Center-Manager.

Tatsächlich arbeiten Stadt und Polizei weiter unter Hochdruck an einem Konzept für eine Videoüberwachung. „Wir nutzen dabei auch die Erfahrungen der Rostocker Polizei“, sagt Schwerins Sozialdezernent Andreas Ruhl. Die rechtliche Bewertung einer Überwachung sei kompliziert, es müsse zwischen Persönlichkeitsrechten und Sicherheitsinteressen abgewogen werden. Der Datenschutzbeauftragte des Landes werde gehört, das letzte Wort aber die Stadtvertretung sprechen, erklärt Ruhl. Auch bei einem Votum pro Überwachung würden Kameras aber kaum vor nächstem Jahr auf dem Marienplatz aufgestellt werden.

Unterdessen hat die Schweriner Staatsanwaltschaft Anklage gegen mindestens sechs Flüchtlinge erhoben, denen mehrere Straftaten zur Last gelegt werden – von der versuchten räuberischen Erpressung über Körperverletzung bis zum Hausfriedensbruch. Ein Teil dieser Taten soll sich auf dem Marienplatz abgespielt haben. „Die Verfahren werden beschleunigt, aber auch mit der nötigen Sorgfalt bearbeitet“, betont Oberstaatsanwältin Claudia Lange.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

Liebe Leserinnen und Leser,
im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserer Webseite haben wir unter diesem Text die Kommentarfunktion deaktiviert. Leider erreichen uns zu diesem Thema so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Kommentare, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Wir bitten um Verständnis.

 

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 04.Nov.2016 | 20:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert