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Zeitung für die Landeshauptstadt

08. Dezember 2016 | 08:57 Uhr

Landwirtschaft in Schwerin : Pferdenarr mit Leib und Seele

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heinz Brüggemann lebt seit 25 Jahren mit seinen Pferden in Mueß und bietet Ausritte für Kinder an

Sie heißen Amigo, Bobbi Simoni oder Bimbo. Sie sind zwischen drei und 35 Jahre alt und fressen gerne Gras und Stroh: Die Rede ist von Heinz Brüggemanns Ponys und Pferden. Insgesamt leben 21 Tiere auf Brüggemanns Hof in Mueß. „Alle Pferde gehören meinen Töchtern oder mir“, sagt Brüggemann. Doch geritten werden die Vierbeiner von Kindern aus Schwerin und dem Umland.

Bereits 1972 ist Brüggemann nach Schwerin gekommen – für eine Lehre als Schlosser. „Reitlehrer bin ich aber bereits seit meinem 18. Lebensjahr“, so der 72-Jährige. Seinen Hof samt Pony-Express führt er seit 25 Jahren. „Früher habe ich neben den Ausritten noch Kremserfahrten gemacht. Doch seit einigen Jahren trete ich altersbedingt etwas zurück“, erklärt der gebürtige Stralendorfer. Das liegt aber nicht nur an Brüggemanns Alter: Einige seiner Pferde seien bereits seit Anfang an dabei. „Bimbo ist mit 35 Jahren mein ältestes Pony. Vergleicht man sein Alter mit dem eines Menschen, so ist er ungefähr 105 Menschenjahre alt“, sagt der Pferdeliebhaber.

Daher wären auch nicht alle Ponys und Pferde bei jedem Ausritt dabei: Die 17-jährige Lissy könne laut Brüggemann aktuell schlecht laufen und setze für das Kinderreiten aus. „Bis sie wieder einsatzbereit ist, muss sie sich komplett erholen.“

Doch auch dann, wenn Brüggemanns Pferde nicht mehr laufen können, führt der Weg nicht zum Schlachter. „Ich möchte, dass die Tiere bei mir ein angenehmenes Leben führen können. Wenn sie vor Schmerzen nicht mehr können, lassen wir die Pferde einschläfern“, erläutert der Schweriner.

Der dreijährige Traber Bobbi Simoni etwa habe USamerikanische Eltern, sei in Dänemark geboren worden und in Polen aufgewachsen. Als er dann aufgrund einer Verletzung nicht mehr laufen konnte, wollte sein Besitzer das Pferd laut Brüggemann nach Italien zum Schlachter schicken. „Eine befreundete Tierärztin aus Berlin, die bei mir das Reiten gelernt hat, hat Bobbi Simoni behandelt und dann zum Schlachterpreis gekauft und mich gefragt, ob er nicht bei mir leben könnte“, erzählt der Hofbesitzer.

Konkrete Pläne für die Zukunft hat Heinz Brüggemann nicht. „Meine Tiere und ich werden nicht jünger. Irgendwann können wir alle nicht mehr, dann müssen wir aufhören“, sagt er. Doch an ein Ende denkt der Pferdenarr noch lange nicht. Auf die Frage, wie lang er noch mit Kindern aus Nah und Fern durch die Natur reiten werde, hat der Schweriner Pferdeliebhaber sofort eine Antwort: „Bis ich tot umfalle.“

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erstellt am 12.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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