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Zeitung für die Landeshauptstadt

09. Dezember 2016 | 14:37 Uhr

Schweriner Sauer : Pendler: Letzter Zug fährt zu früh

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Regionalexpress von Hamburg nach Schwerin startet mit Fahrplanwechsel im Dezember unter der Woche bereits um 22.15 Uhr

Andreas Meier (Name von der Redaktion geändert) ist sauer. „Das kann doch wohl nicht wahr sein“, schimpft der 33-jährige Schweriner, der im Schichtsystem in Hamburg arbeitet. Vom Fahrplanwechsel im Dezember an soll der letzte Regionalexpress von der Hansestadt nach Schwerin unter der Woche nicht mehr wie bisher um 22.57 Uhr, sondern bereits um 22.15 Uhr am Hauptbahnhof starten. „Meine Spätschicht endet um 22.30 Uhr. Diesen Zug kann ich nie und nimmer schaffen“, sagt Meier. Und er sei bestimmt nicht der einzige Pendler, der von der geänderten Abfahrtszeit betroffen ist. Schließlich würden viele Menschen aus der Region in Hamburg ihre Brötchen verdienen.

Warum also die Vorverlegung? Bahn-Sprecher Holger Auferkamp verweist auf SVZ-Anfrage an das Land, das über die Taktung der Züge entscheide. Ulrike Sennewald, Sprecherin des Verkehrsministeriums in Schwerin, gibt den Ball allerdings wieder ins Feld der Bahn zurück: „Mit dem jährlichen Fahrplanwechsel im Eisenbahnverkehr im Dezember kommt es auf einzelnen Linien des Schienenpersonennahverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern zu Anpassungen. Die größeren Fahrplanveränderungen resultieren im Wesentlichen aus Baumaßnahmen im Infrastrukturbereich der Deutschen Bahn AG. Die damit verbundenen Beeinflussungen oder Sperrungen einzelner Strecken liegen in der Hoheit der DB AG und können vom Verkehrsministerium nicht aktiv beeinflusst werden.“

Dass nun der letzte Regionalexpress von Hamburg nach Schwerin und Rostock vom 11. Dezember an voraussichtlich auch das ganze kommende Jahr montags bis donnerstags schon um 22.15 Uhr abfahre, liege am Umbau des Bahnhofs in Bad Kleinen, erklärt Sennewald. Wegen der Arbeiten gebe es vom Jahreswechsel an wöchentlich von Dienstag bis Freitag eine Nachtsperrung des Knotens Bad Kleinen mitsamt den angrenzenden Strecken von 0.15 Uhr bis 4.15 Uhr. „Damit wurde von Montag bis Donnerstag eine Früherlegung des letzten Zuges unumgänglich, da dieser ansonsten den Knoten Bad Kleinen nicht mehr vor 0.15 Uhr passieren könnte“, so die Ministeriumssprecherin. Von Freitag bis Sonntag könne der Regionalexpress wie bisher um 22.57 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof losfahren.

Dem Verkehrsministerium seien die Sorgen bekannt, die die frühere Abfahrtszeit den Pendler bereite, die auf eine spätere Abfahrt angewiesen sind, versichert Sennewald. Es würden deshalb „Alternativen“ geprüft, um Pendlern „kurzfristig“ eine Regelung anbieten zu können.

Auf Alternativen im Interesse der Pendler drängt auch Marcel Drews, der Landesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Eine Vorverlegung oder gar Streichung des letzten Zuges auf einer Strecke sei stets besonders ärgerlich, betont er. Bei Fahrplanänderungen über Tage könnten Reisende dagegen immer noch zwischen mehreren Abfahrtszeiten wählen.

So hofft auch Andreas Meier noch auf eine Lösung. Mit dem ersten Zug am neuen Tag – gegen 4 Uhr – nach Schwerin zu fahren, sei für ihn nicht annehmbar, sagt der 33-Jährige. „Und eine Wohnung in Hamburg kann ich mir nicht leisten.“

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erstellt am 07.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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