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Zeitung für die Landeshauptstadt

03. Dezember 2016 | 10:36 Uhr

Kirche in Groß Brütz : Pastorin mit klangvollem Namen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Angelika de Oliveira Gloria wird morgen in Groß Brütz ins Amt eingeführt / Arbeit in Brasilien und Rumänien hat sie geprägt

Vielleicht genießt Angelika de Oliveira Gloria kurz vor ihrem entscheidenden Gottesdienst noch einmal einen Espresso mit ganz viel Milchschaum. Dieses Getränk gönnt sie sich zwar nur einmal am Tag, nach dem Mittagessen, aber es bedeutet für sie Entspannung. Diese kann sie am morgigen Sonntag gut gebrauchen. Denn dann wird die 45-Jährige in der Groß Brützer Kirche in ihr Pastorenamt eingeführt. Um 14 Uhr beginnt der Ordinationsgottesdienst unter der Leitung von Propst Karl-Matthias Siegert. „Ein wenig nervös bin ich schon, aber ich denke, das wird gut“, verrät Angelika de Oliveira Gloria einige Tage vorher.
Diese Selbstsicherheit und das Vertrauen, dass alles reibungslos gelingt, bezieht die aus der Nähe von Rostock stammende Frau wahrscheinlich nicht nur aus ihrem evangelisch geprägten Glauben, sondern auch aus ihrem Lebensweg. Denn sie ist ein wenig rumgekommen in der Welt. Bevor sie ihr Vikariat in Groß Brütz und Gadebusch absolvierte, von 2001 bis 2012 als Beauftragte für Entwicklungsbezogene Bildungsarbeit in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und als Religionslehrerin tätig war, erkundete sie andere Länder. Noch während ihrer Studienzeit in Greifswald, verschlug es sie Anfang der 1990er-Jahre für zwölf Monate nach Rumänien, in die Stadt Hermannstadt. „Kurz nach der Wende wurde dort dringend Personal gebraucht, deswegen wurden wir als Studenten schon gleich in den Gottesdienst eingebunden. Das war ein Sprung ins kalte Wasser, hat aber auch geholfen, zu verstehen, was das Amt des Pastors bedeutet“, so Angelika de Oliveira Gloria. In Rumänien habe sie nicht nur das Vorbereiten und Predigen gelernt, sondern auch, was Armut und Gerechtigkeit bedeuten.

Ihr politisches Interesse und vor allem ihren Geist für weltwirtschaftliche Gerechtigkeit und Nächstenliebe hat sie in Brasilien erweitert. 1997 ging sie für ein Jahr dorthin, lernte die Lebensweise der Indianer kennen und wie die brasilianische Gesellschaft mit ihnen umgeht. Die Zeit in dem fernen Land prägte nicht nur ihren Blick auf das Thema Genozid und den Naturschutz, sondern bekam für ihr privates Leben ebenfalls eine Bedeutung: Sie lernte dort ihren Ehemann kennen, dem sie ihren klangvollen Nachnamen zu verdanken hat. Gemeinsam haben sie drei Töchter. Mit ihnen und ihrem Ehemann wird die Pastorin mit dem klangvollem Namen dann im Januar von Schwerin nach Groß Brütz ziehen.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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