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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. Mai 2016 | 01:24 Uhr

Integration : Orthodoxe Kirche will Begegnungsstätte bauen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neben dem Gotteshaus im Mueßer Holz soll ein Stadtteiltreff entstehen

Die kleine russisch-orthodoxe Kirche im Mueßer Holz wirkt mit ihren Zwiebeltürmchen und durch die Holzbauweise sehr authentisch. Sie sei sogar eine Sehenswürdigkeit und Anziehungspunkt für Touristen, berichtet Priester Dionisij Idawain.

Gebaut wurde sie vor zwei Jahren von ukrainischen Fachleuten aus Fichtenstämmen. Das Gebäude hat rund 140 Quadratmeter Grundfläche und bietet Platz für etwa 150 Menschen.

Die Kirche wird sehr gut besucht, berichtete Priester Idawain auf der Sitzung des Ortsbeirates. Und viele der Besucher würden nach den Gottesdiensten gern noch miteinander reden. Aber dafür fehlt ein geeigneter Raum. Deshalb wolle die Kirchgemeinde gern eine Begegnungsstätte in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche bauen – natürlich auch in traditioneller russischer Holzbauweise. Sie soll Gemeinschafts- und Sanitärräume beherbergen und ein echter Kulturtreff werden.

„Wir wollen ein Haus der Generationen bauen, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt, für alteingesessene Schweriner und neu Zugezogene“, erläutert Waldemar Rudi von der Kirchgemeinde das Projekt. „Es soll eine Kulturvermittlungsrolle bekommen und zur Integration beitragen.“ Vorstellbar seien Kultur- und Bildungsveranstaltungen, zu denen auch Gäste aus Russland und der Ukraine eingeladen werden könnten, Vorlesungen, Seminare, Workshops, aber auch einfach nur Raum für Gespräche, zählt Rudi auf. Wichtig sei dabei das Gefühl, nicht in der Kirche zu sein, sondern in einer offenen Begegnungsstätte. Das Beispiel der Kirche – übrigens der erste Neubau einer russisch-orthodoxen Kirche auf deutschem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg – zeige, dass in Schwerin Potenzial vorhanden sei, betont Rudi. Doch für den Neubau der Begegnungsstätte werde eine Anschubfinanzierung gebraucht.

Wolfgang Maschke, der stellvertretende Ortsbeiratsvorsitzende, sprach sich für das Projekt aus. „So etwas ist gut für das Durchbrechen der Isolation der Neu-Schweriner, die aus der ehemaligen Sowjetunion zugezogen sind“, betonte er. Reinhard Huss vom Stadtplanungsamt sagte, dass er durchaus Fördermöglichkeiten für so ein Haus der Begegnung sehen würde. Auch Stadtvertreter Helmut Holter, Chef der Linksfraktion im Landtag, befürwortete das Projekt als gute Möglichkeit, die Integration gerade in diesem Stadtteil voranzubringen und versprach, sich nach Fördermöglichkeiten umzuschauen.

 

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erstellt am 19.Nov.2014 | 23:25 Uhr

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