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Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 03:19 Uhr

Baugebiet in Schwerin : Neues Bauen am Lankower See

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf dem ehemaligen Internatskomplex soll ein hochwertiges Wohngebiet entstehen

Die Wohnblöcke sind verschwunden, die Mensa ist abgerissen – der ehemalige Internatskomplex an der Gadebuscher Straße ist seit Jahren nur noch eine Brachfläche. Das wird sich jetzt ändern. Im kommenden Monat soll die Erschließung für ein neues, attraktives Wohngebiet beginnen.

Insgesamt sollen in dem Gebiet, das „Neues Wohnen am Lankower See“ genannt wird, 140 Wohneinheiten entstehen. 63 freistehende Einfamilienhäuser sind geplant, auf 15 Grundstücken werden Reihenhäuser gebaut. Dazu kommen zwei Grundstücke für mehrgeschossige Häuser mit 60 Wohnungen.

Zehneinhalb Hektar ist das Plangebiet groß. Auf dieser Fläche sind neben den Gärten der Wohnhäuser auch 13 500 Quadratmeter öffentliche Grünfläche geplant.

Schon 2010 hatte die Stadt für das Wohngebiet einen städtebaulichen Wettbewerb durchgeführt. Den hatte das Architekturbüro Mikolajczyk Kessler Kirsten gewonnen. Die besondere Qualität des Entwurfes lag in der Idee, eine Siedlung in zeitgenössischer kubischer Architektur unter einheitlicher Verwendung des regionaltypischen norddeutschen Klinkers als Fassadenmaterial zu verwirklichen, so die Begründung der Jury.

Der Investor beauftragte jedoch ein anderes Schweriner Architekturbüro mit der Umsetzung der ursprünglichen Vorschläge in die Praxis. „Wir befürchten, dass von den Ur-Ideen des Wettbewerbs nicht mehr viel übrig bleibt“, sagt Frank Kirsten.

Allerdings will die Stadtverwaltung an einigem Grundsätzlichen festhalten. Das bedeutet für die Bauherren strenge Auflagen. So soll im „Zusammenspiel von Dach, Fassade und Vorgarten ein stimmiges Erscheinungsbild und ein attraktives Neubaugebiet“ entstehen. Das bedeutet nicht nur eine kubische Form für die Häuser, wie sie heutzutage als modern gilt. Der Klinker soll dunkel sein, die Fensterrahmen anthrazit. Dachüberstände, Vor- und Rücksprünge, sowie Balkone oder Erker sind nicht erlaubt. Gründächer sind ausdrücklich „erwünscht“.

Alle Vorgaben sind in einem vom Fachdienst Stadtentwicklung erarbeiteten Gestaltungshandbuch festgelegt, das für Bauherren verbindlich ist. Außerdem wird es einen Gestaltungsbeirat geben, der Bauherren und Architekten berät. So will die Stadt eine hohe städtebauliche Qualität sichern.

Einen solchen Gestaltungsbeirat gibt es bereits für die Bebauung in den Waisengärten, um auch dort eine „qualitativ hochwertige Bebauung“ zu gewährleisten. Allerdings ist der nur regional und nicht – wie beispielsweise in Lübeck – international besetzt. Selbst Architekten und Stadtplaner bezeichnen das Baugebiet in den Waisengärten inzwischen spöttisch als „Großer Dreesch für Reiche“.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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