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Zeitung für die Landeshauptstadt

29. Mai 2016 | 13:29 Uhr

Bauen am Wasser : Neuer Plan für die Waisengärten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Bebauungsplan weicht von dem 2010 beschlossenen Masterplan in vielen Details deutlich ab – jetzt muss die Politik entscheiden

In den Waisengärten wurde gestern das dritte Mal Richtfest gefeiert. Der Bau des Blocks mit drei Stadthäusern kommt voran. Die ersten Wohnungen werden die Eigentümer noch in diesem Monat beziehen.

Ende des Jahres geht es dann mit dem Bauen schon weiter. Für vier Reihenhäuser ist Baustart. Im Frühjahr wollen dann die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft und ein anderer Investor weitere Häuser im ersten Bauabschnitt beginnen.

Für den zweiten Bauabschnitt ist der Bebauungsplan derzeit in der Diskussion der städtischen Gremien. Sicher ist bereits: Er wird nicht so aussehen, wie in den ursprünglichen Planungen dargestellt. „Das ist ein ganz normaler, fließender Prozess“, sagt Robert Erdmann, Geschäftsführer der Landesgrunderwerb GmbH (LGE), die das Baugebiet entwickelt.

Bereits im Jahr 1997 wurde der erste Rahmenplan für das Gebiet der Waisengärten aufgestellt. 2010 entstand der Masterplan, ein Jahr später entwarf eine Planungswerkstatt die nächsten Unterlagen. Jetzt folgt der Bebauungsplan. Und der weicht von den bisherigen Unterlagen ab. Dabei wurde schon der Masterplan unter Mitwirkung vieler Akteure – auch von Bürgern und Stadtvertretern – erstellt. Hieß es zunächst, dass zum Wasser hin die Höhe der Gebäude von fünf auf zwei Geschosse abnimmt, so sind an der Wasserkante jetzt zwei bis drei Geschosse möglich. „Wir wissen nicht, wie sich die Nachfrage nach Wohnungen entwickelt“, sagt Robert Erdmann. „Wunsch der Stadt waren sogar vier Geschosse.“ Dagegen hatte sich aber auch der Bauausschuss ausgesprochen. „Wir wollten keine Betonfront zum Wasser hin“, sagt dessen Vorsitzender Hagen Brauer. Bauamtsleiter Günther Reinkober schiebt den Schwarzen Peter zurück zur LGE: „Deren Wunsch waren vier Geschosse.“

Zwei Häuser sind auch näher ans Wasser gerückt. Waren es im Masterplan noch 50 Meter bis zur Uferkante, so sind es jetzt nur noch rund 35. „Weil uns an anderer Stelle Bauflächen durch einen neu angelegten Teich verloren gegangen sind, sind wir näher an den See gerückt“, so Erdmanns Begründung. Brauer findet das gar nicht gut: „Schon die 50 Meter waren ein ziemliches Entgegenkommen des Bauausschusses.“

Robert Erdmann ist der Meinung, dass der Masterplan – trotz der Abweichungen im Bebauungsplan – vom Prinzip eingehalten wird hinsichtlich der abgestuften Gebäudehöhen. Günther Reinkober dagegen sagt, dass sich die aktuelle Planung von der Zielsetzung des Masterplanes entfernt habe.

Der B-Plan hat im Sommer zur Einsicht für jedermann ausgelegen. „Es gab nur wenige Einwände und Hinweise“, sagt Erdmann. Allerdings wurden gerade die Nähe zum Wasser und die Geschosszahl moniert. Das weitere Verfahren liegt jetzt bei den Stadtvertretern. Die müssen die vorgebrachten Argumente gegeneinander abwägen und dann den B-Plan beschließen.

 

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erstellt am 17.Okt.2014 | 20:45 Uhr

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