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Zeitung für die Landeshauptstadt

08. Dezember 2016 | 03:06 Uhr

Wohnen am Schweriner Stadtrand : Natur pur und ein Jagdschloss

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Serie „Gut leben am Rande der Stadt“: Friedrichsthal ist auf der Suche nach neuen Ideen für seine alten Gebäude

Etwas weniger als 100 000 Einwohner leben derzeit in der Landeshauptstadt. Aber nicht alle Schweriner haben ihren Wohnsitz in der Alt- oder in der Paulsstadt – viele wohnen in den Randbereichen der Stadt. Doch wie lebt es sich eigentlich abseits des Marienplatzes, fernab vom Schloss und dem Dom? In der SVZ-Serie „Gut leben am Rande der Stadt“ kommen in den nächsten Wochen Schweriner zu Wort, die am Rande der Landeshauptstadt wohnen. Heute erzählt Udo Brinker vom Leben in Friedrichsthal.

Akten, Fotoalben und Notizen stapeln sich im Arbeitszimmer. Die Regale im Wohnzimmer sind gefüllt mit Büchern und Lexika. Und auch im Wintergarten hat sich Udo Brinker ausgebreitet. Seine Leidenschaft ist nicht zu übersehen – die Geschichte, besonders die Geschichte der Landeshauptstadt und ihrer Stadtteile. Voller Begeisterung erzählt er von der früheren Zeit in Friedrichsthal, „vom Werden und Wachsen des Ortsteiles“, zeigt alte Fotografien und Bilder. Geschichte und Fotografie, Radfahren und Wandern sind seine Hobbys, den Garten macht er nebenbei. „Man darf nicht nur Aktenstaub schnuppern“, findet er.

1955 hat Udo Brinker gemeinsam mit seinem Sohn Tilman in Friedrichsthal gebaut, ein Jahr später zog die Familie ein. Der Sohn bewohnte die obere Etage, Brinkers Frau Ursula bekam im Keller ihre Praxis für Physiotherapie, die nun Tochter Susanne Meyer führt. Doch der gebürtige Schweriner hat schon länger eine Verbindung zu dem Stadtteil. „Als Junge war ich hier oft mit der Schule wandern“, erinnert er sich. „Damals war Friedrichsthal ein richtiger Anziehungspunkt für Wanderer und Fahrradfahrer.“

Vom Bahnhof außerhalb der Stadt ging es für die Naturfreunde durch den Friedrichsthaler Wald am Ufer des Neumühler Sees entlang zum damaligen Hellkrug. Dort ist auch heute noch ein Gastronomiebetrieb angesiedelt. Der Bahnhof hingegen ist mittlerweile verlassen, der letzte Bewohner vor einigen Jahren wieder in die Stadt gezogen. „Das Gebäude im Schweizerhaus-Stil muss wachgeküsst werden, weil es mitten im Wandergebiet liegt“, wünscht sich Udo Brinker, der auch bedauert, dass es keine Schule mehr im Stadtteil gibt.

Doch der 74-Jährige kennt auch die positiven Seiten von Friedrichsthal. „Der Neumühler See bietet einen tollen Wanderrastplatz, der zum Verweilen einlädt.“ Am hohen Ufer des Sees hat er seinen Lieblingsplatz. „Der Supermarkt sorgt zusätzlich für ein angenehmes Leben hier – besonders für die ältere Generation“, erzählt der ehemalige Eisenbahner.

Neben dem Bahnhof hat Friedrichsthal ein weiteres Gebäude, das sich im Dornröschenschlaf befindet – das Jagdschloss wartet auf seine Sanierung. Das denkmalgeschützte Gebäude steht an der Lärchenallee, der Hauptschlagader des Ortes. Als Teil der B 104 herrscht hier ein enormer Durchgangsverkehr. Die Chaussee steht ebenfalls unter Denkmalschutz und wird gehegt und gepflegt. Im Herbst findet das Lärchenfest statt, wo die Friedrichsthaler einen Baum pflanzen können. „Jede Lärche hat dann einen Paten, der sich um sie kümmert“, erklärt der ehemalige Stadtvertreter, der 15 Jahre im Ortsbeirat aktiv war. „Leider werden die Veranstaltungen nicht mehr so angenommen.“

Doch bevor über die Ursachen diskutiert werden soll, geht die Reise durch die Vergangenheit weiter – mit dem Stadtchronisten, dem nicht nur Friedrichsthal, sondern ganz Schwerin am Herzen liegt.

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erstellt am 23.Okt.2016 | 23:03 Uhr

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