zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

25. Mai 2016 | 03:20 Uhr

Unwetter : Nasse Keller und zerstörte Straße

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unwetterbilanz in Schwerin: 85 Feuerwehrleute mussten 65-mal raus, Autos versanken in Riesenpfützen, Grünes Tal lange gesperrt

Land unter in der Landeshauptstadt. In der Nacht zum Montag erwischte Schwerin eines der regenreichen Sommer-Unwetter 2014. Mehr als 60 Keller liefen voll, Autos blieben in riesigen Pfützen stecken, verletzt wurde aber niemand. Als der Regen weiterzog, hatten die Schweriner unter den Folgen zu leiden: Die Straße am Grünen Tal war so schwer unterspült worden, dass die Fahrbahn in Richtung Hamburger Allee gestern voll gesperrt werden musste – sie drohte einzusacken.

Teilweise sieben Zentimeter tiefe Hohlräume hatte das Wasser zwischen Trag- und Deckschicht gerissen, den 30 Zentimeter dicken Asphalt einfach hochgedrückt. Teile der Fahrbahn mussten abgefräst, die Kanäle mit Videoanlagen kontrolliert werden, bevor eine neue Deckschicht aufgebracht wurde. Am Abend wurde die Vollsperrung aufgehoben. „In einem Bereich unter der Straßenbahnbrücke mussten wir so viel Asphalt aufbringen, dass er über Nacht aushärten muss“, sagt Axel Klabe von der zuständigen SDS. „Am Dienstagmorgen um 6 Uhr wollen wir die Spur aber öffnen.“ Ein unterspülter Teilbereich auf der Civitzer Chaussee, Höhe Zoo, bleibt noch gesperrt, der Verkehr wird hier auf einer Spur vorbeigeleitet.

„Ein ganz normaler Einsatz bei einer schweren Wetterlage“, bilanziert Feuerwehr-Sprecher Jens Krause am Montagmittag. Für viele Schweriner verlief die Nacht allerdings alles andere als normal. „Bin auch in fast jeder Pfütze stehen geblieben und kam kaum dort raus. Gestern Abend hätte man gut ’n Boot gebraucht“, schreibt Michael Möller auf der SVZ-Facebook-Seite. Chronik des Unwetters: „Gegen 20 Uhr haben wir in der Leitstelle erkannt, dass sich über der Stadt zwei Wetterschichten verwirbelten“, berichtet Krause. Als der Regen gegen 21 Uhr massiv einsetzte, wurden alle Freiwilligen Wehren der Stadt alarmiert. Insgesamt 85 Helfer waren bis 3 Uhr im Dauereinsatz. Häufigster Grund: Keller auspumpen.

Rund 65-mal mussten die Teams raus. Vorneweg war ein Erkunder unterwegs, der einschätzte, wie schwer der Schaden tatsächlich war. „Wenn das Wasser im Keller nur zwei Zentimeter hoch steht, raten wir zur Selbsthilfe mit Eimer und Wischtuch“, so Krause. Die Pumpen der Wehr greifen erst ab einem Pegelstand von fünf Zentimetern. „Am häufigsten waren wir in der Nacht auf dem Dreesch. In der Mecklenburgstraße war außerdem eine Tiefgarage voll gelaufen und in Lankow standen sieben Kubikmeter Wasser in einem Wohnhaus“, so Jens Krause.

„Am Grünen Tal schossen Gullydeckel unter Wasserfontänen zwei Meter in die Höhe“, beschreibt Krause das Szenario. An der Zoo-Kreuzung stand das Wasser gegen 22 Uhr so hoch, dass viele Autofahrer ihre Wagen aus den Fluten schieben mussten. Funkstreifenwagen sperrten die Straßen zeitweise ab. Am Morgen fanden die Beamten schließlich mehrere abgerissene Nummernschilder.

Der Nahverkehr musste mit den Linien 6 und 9 Umleitungen fahren, da bis zum Nachmittag die Zufahrt zur Schwentnerstraße gesperrt war. Acht Minuten Verspätung gab es auf den Strecken am Morgen, sagt Geschäftsführer Norbert Klatt. Die Straßenbahnen wurden vom Unwetter nicht in Mitleidenschaft gezogen.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 17:02 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen