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Zeitung für die Landeshauptstadt

07. Dezember 2016 | 13:33 Uhr

Schwerin : Nahverkehr prüft Handy-Ticket

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fahrscheinkauf soll noch bequemer werden. Die bestehenden Möglichkeiten will das Unternehmen aber beibehalten.

Mehr als 16 Millionen Schweriner, Pendler und Besucher der Stadt werden zum Jahresende mit Bus und Bahn in der Landeshauptstadt gefahren sein. Um an einen Fahrschein zu gelangen, gibt es verschiedene Vertriebswege, die der Nahverkehr nutzt: In jedem Fahrzeug befindet sich ein Automat, der sowohl Münzen und Geldscheine als auch die Geld- und EC-Karte akzeptiert. Darüber hinaus stehen an wichtigen Haltestellen stationäre Automaten wie am Marienplatz oder am Klinikum. Hinzu kommen Kommissionspartner, die in ihren Geschäften Fahrkarten für den Nahverkehr verkaufen wie beispielsweise die Tabakbörsen in der Kieler Straße, im Hanse-Center oder im Sieben Seen Center. „Wir wollen auch nicht auf unsere Verkaufsstellen in den Schweriner Höfen und am Platz der Freiheit verzichten“, sagt Nahverkehrs-Geschäftsführer Norbert Klatt. „Für so manchen Kunden ist das persönliche Gespräch sehr wichtig.“

Und trotz dieses engmaschigen Vertriebsnetzes für die 13 verschiedenen Tarife im Schweriner Nahverkehr vom Einzelfahrschein bis zur Monatskarte tüfteln die Verantwortlichen immer an neuen Ideen. „Ein Smartphone hat heute fast jeder und deshalb prüft die Branche schon lange eine Bezahlung der Fahrt per Handy“, berichtet Klatt. Das Problem: Es gäbe noch kein System, das sich durchgesetzt habe. „Wir möchten aber keine Insellösung für Schwerin. Wenn wir so etwas einführen, dann sollte es mit Systemen im Norden Deutschlands kompatibel sein“, sagt Klatt.

Deshalb hat sich das kommunale Unternehmen auch selbst keinen Zeitdruck gesetzt. Wenn es mit der Handy-Bezahlung im kommenden Jahr noch nichts wird, dann sei es eben erst 2018 so weit, sagt der Geschäftsführer.

Denn für die Bezahlung mit dem Smartphone gäbe es einiges zu beachten. Es sollte eine direkte Abrechnung mit dem Nahverkehr erfolgen und nicht wie bei ähnlichen Modellen über den Mobilfunkvertrag. Eine vorherige Registrierung des Kunden sei notwendig. Fordert man dann einen Fahrschein an, könnte ein Code oder ähnliches aufs Handy geschickt werden, was sich nach einer kurzen Sperrfrist dann für die 45 Minuten Gültigkeit der Fahrzeit aktiviert. Die Zeitverzögerung ist nötig, damit nicht erst das Ticket geordert wird, wenn Kontrolleure kommen. Und Klatt denkt schon weiter: „Wir könnten auch beim Handy das Günstigkeitsprinzip geltend machen: Wenn beim Einzelfahrscheinkauf die Grenze erreicht ist, dass man mit der Monatskarte günstiger fährt, gibt es diese Information aufs Display des Kunden.“ Durch die schon bestehende und sehr gut genutzte Rabattierung des Nahverkehrssortiments ergibt sich bereits jetzt ein durchschnittlicher Einzelfahrtpreis von 80 Cent. Das unrabattierte Ticket kostet dagegen 1,80 Euro.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 20:45 Uhr

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