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Zeitung für die Landeshauptstadt

27. Mai 2016 | 06:30 Uhr

Schwerin : Musik und Malerei treten in Dialog

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Spartenübergreifendes Projekt findet viele Freunde: Bilder von Armin Mueller-Stahl bilden Ausgangslage für Konzert

Es war ein erster Versuch und der erwies sich als Volltreffer: die Verbindung von Musik und Kunst. In der aktuellen Ausstellung von Werken des Schauspielers und Malers Armin Mueller-Stahl im Schleswig-Holstein-Haus sind viele Bilder zu sehen, die in direktem Bezug zu Musik oder Musikern stehen. Es gibt viele Porträts, deren Spannbreite von Dimitri Schostakowitsch bis zu Michael Jackson reicht.

„Schon bei der Konzipierung dieser Ausstellung hatten Kulturbüro-Leiterin Marita Schwabe und ich uns vorgenommen, dieses Potenzial für Projekte zu nutzen“, berichtet Konservatoriumsdirektor Volker Ahmels. Er regte Schüler und Lehrende der städtischen Musikschule an, sich gezielt mit den Bildern auseinanderzusetzen. Daraus wurde ein buntes Konzertprogramm zusammengestellt, so bunt, wie die Ausstellung selbst, und mit einer Führung durch die Sonderschau verbunden. Aber da das Projekt „Musik und Malerei“ am Sonnabend mehr als 80 Kulturinteressierte ins Schleswig-Holstein-Haus und Konservatorium zog, wurden statt einer gleich zwei Führungen angeboten.

Peter Möller gab zunächst eine Einführung zu Leben und Werk des Künstlers, bevor dann ganz gezielt über Bilder, Motive, Techniken, Abstraktion und Ausdrucksweise gesprochen wurde. Auf die Faszination des Gleichklangs der Sprache in Musik und bildender Kunst hatte Armin Mueller-Stahl selbst schon bei der Eröffnung der Schau hingewiesen.

„Ich finde die Idee sehr gut, Musik und Kunst zu verbinden“, sagte Achim Schuster, selbst Geiger und Maler. Er hoffe, dass die Stadt dieses Potenzial, das sich durch die Nähe von städtischem Kulturforum und Konservatorium biete, künftig noch stärker nutze.

Nach der Führung zog die Besucherschar ins Konservatorium. Dort begann das Konzert im Brigitte-Feldtmann-Saal mit einem furiosen Auftritt von Pianistin Yuko Ellinger. Sie hatte sich Mueller-Stahls Zyklus zum Urfaust als Ausgangspunkt gewählt und den Mephisto-Walzer Nr. 1 von Franz Liszt brillant vorgetragen.

Es folgte die 17-jährige Alica Pribe am Klavier mit einem Walzer von Eugen Doga und den Phantastischen Tänzen op. 5 von Dimitri Schostakowitsch. „Mir haben die Bilder ,Der junge Schostakowitsch‘ und ‚Achmatova‘ gut gefallen und gemeinsam mit meinem Lehrer Volker Ahnmels haben wir dann geschaut, was in dieses Konzert passen würde“, erzählte die Musikschülerin. Ähnlich machte es auch Marie Fritsch. Sie ließ sich vom
Michael-Jackson-Porträt „Die Flügel werden lahm“ anregen, den Pop-Song „Man in the Mirror“ vorzutragen sowie „Amazing Grace“. „Der King of Pop hatte zwar so manche Kritiker, aber viel mehr Freunde und seine Musik ist einfach toll“, sagte die junge Sängerin vom Konservatorium.

Ahmels selbst, der sachkundig und charmant durch das Programm führte, setzte sich auch ans Klavier und spielte mit seiner Partnerin Friederike Haufe die „Ironien Nr. 3, 5 und 6“ von Erwin Schulhoff – inspiriert von Mueller-Stahls „Karl Marx“.

Am 20. und 21. Januar werden im Begleitprogramm zur Ausstellung Filme gezeigt.

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erstellt am 10.Jan.2016 | 17:12 Uhr

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