zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

26. März 2017 | 22:43 Uhr

Tieroase Holthusen hilft : Misshandelt und fast verhungert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In der Holthusener Tieroase werden die Hunde Henning und Betty nach Rettung in letzter Minute wieder aufgepäppelt

Doris Schiemann hat schon viel Tierelend gesehen. „Doch diese beiden Fälle waren extrem“, berichtet die Chefin der Holthusener Tierpension „Kleine Oase“. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Holthusener zu Noteinsätzen gerufen, bei denen das Leben der Tiere „in letzter Minute gerettet wurde“, betont Schiemann. „Und das meine ich wörtlich.“

„Henning“, so heißt der Boxer jetzt, wog gerade noch 18 Kilogramm, als Kripobeamte ihn und einen weiteren Hund Ende November bei einer Hausdurchsuchung im südlichen Teil des Kreises Ludwigslust-Parchim zufällig entdeckten. „Die Hunde waren in einem kleinen, völlig verkoteten Raum eingesperrt“, erzählt Schiemann. Wahrscheinlich wurden sie tagelang nicht gefüttert, Trinkwasser für die Tiere fehlte ebenso. Warum der Labrador-Mischling „Hannah“ diese Tortur besser weggesteckt hat als „Henning“ , das kann sich Schiemann nicht erklären. Die Hündin erholte sich rasch, konnte inzwischen vermittelt werden. „Jetzt haben wir Henning so weit, dass auch er in gute Hände abgegeben werden kann“, freut sich Schiemann. Doch über Wochen war nicht klar, ob der abgemagerte und dehydrierte Boxer überhaupt durchkommt. Zuerst lag der Hund am Tropf, musste intensiv tiermedizinisch betreut werden. „Die erste leichte Nahrung mussten wir löffelweise verabreichen – in kleinen Portionen über den Tag verteilt“, erzählt Schiemann. Mit seinen heute 36 Kilogramm ist das Tier schon wieder ansehnlich, aber immer noch schlank. „Vor allem ist er wieder fit“, hebt Schiemann hervor. Eine tierärztliche Untersuchung zeigt auch, dass die inneren Organe keine Schaden genommen haben. Hinzu kommt der „enorme Lebenswille“ des etwa fünf Jahre alten Hundes. „Henning ist verspielt und gelehrig – ein echter Hund zum Liebhaben.“ Genau deshalb ist Doris Schiemann zuversichtlich, dass sich für Henning ein neues Zuhause finden lässt – am besten auf einem großen Hof.

Doch nicht nur Henning habe es verdient, eine Chance zu erhalten. „Das ist unsere Maxime, mit der wir uns um jedes Tier kümmern, das zu uns kommt“, betont Schiemann.

Und nur deshalb ist auch noch Jagdterrier „Betty“ überhaupt am Leben. Die etwa zehn Jahre alte Hundedame wurde am 14. Dezember bei Dömitz gefunden. Natürlich könnte das Tier seinem Besitzer davongelaufen sein, doch alle Umstände sprächen dafür, dass Betty zum Sterben ausgesetzt worden war. „Ihr Gesäuge war voller Krebsgeschwüre, einige hatten die Größe von Tischtennisbällen und waren offen“, berichtet Doris Schiemann. „Betty muss unheimliche Schmerzen gehabt haben.“ Doch auch bei diesem Tier gab es Hoffnung auf Genesung. Gemeinsam mit Tierärztin Henriette Otto aus Dalberg entschieden sich die Holthusener Tierfreunde für eine Not-Operation. Die hat die Jagdterrier-Dame gut überstanden. Demnächst können die Fäden gezogen werden. Bei der Behandlung fanden sich auch Narben einer vorherigen Operation am Gesäuge. Wie viele Jahren Betty noch bleiben, das vermag Doris Schiemann nicht zu sagen. „Aber an der aufgeweckten Hündin haben neue Halter sicher viel Freude“, betont Schiemann. Wer sich für Henning oder Betty interessiert, kann sich unter Telefon 03865/844330 direkt in der „Kleine Oase melden.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Jan.2017 | 20:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen