zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

10. Dezember 2016 | 13:42 Uhr

Schweriner Tierklinik baut um : Mehr Platz für Hund, Katze, Maus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr Behandlungsräume für Kleintiere, aber keine Pferdestation mehr in Neumühle

Dr. Gerd Ricker kann Pferde und Rinder operieren, hatte schon Löwen und Würgeschlangen als Patienten, doch der Trend geht in eine andere Richtung: Die Haustiere der Deutschen werden immer kleiner. Meerschweinchen, Mäuse, Ratten, Vögel oder Reptilien erobern die Herzen der Tierhalter und damit auch die Tierarztpraxen. Immerhin: Hunde und Katzen bleiben beliebt wie eh und je. Die Schweriner Tierklinik, deren Inhaber Dr. Ricker seit 1991 ist, hat sich auf Kleintiere eingestellt. Und sie baut um: Die Verwaltungs- und Sozialräume im Hauptgebäude sollen in den ersten Stock ziehen, um im Erdgeschoss mehr Freiheit zu schaffen für Behandlungs-, Labor-, OP- und Ruheräume für die Tiere. Für zusätzlichen Platz sorgt die neue Nutzung des alten Labortrakts, der seit Jahren leer steht. Dr. Gerd Ricker hat das Areal jetzt vom Land gekauft. Der Pferde-Trakt gehört auch dazu, die stolzen Rösser wird er künftig aber nicht mehr behandeln.

18 Leute umfasst heute das Team der Schweriner Tierklinik, Ärzte, tiermedizinische Fachangestellte, Azubis. Rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr ist sie besetzt. Im Notfall können sogar nachts Operationen durchgeführt werden. Ein Service, den viele Tierfreunde aus dem einstigen Bezirk Schwerin gerne annehmen. Etwa 30 bis 40 Patientenkontakte verzeichnet die Klinik von Montag bis Freitag. Am Wochenende kommen manchmal 20 bis 30 kranke Tiere in die Neumühler Straße 10, erklärt der Chef. Und betont: Diese Öffnungszeiten seien Notfällen vorbehalten, die Behandlung kostet sonnabends, sonntags und auch am Abend oder in der Nacht deutlich mehr.

Impfungen gehören zum normalen Alltagsgeschäft genauso wie Kastrationen, Zahnpflege, Bekämpfung von Parasiten, aber auch das Heilen von Brüchen sowie Operationen. Tumore sind bei Mäusen und Ratten häufig, sagt Dr. Ricker. Bei Meerschweinchen sind lange Zähne das klassische Problem. Bartagamen kommen häufig mit Vitamin-D-Mangel und Knochenbrüchen, weil das UV-Licht fehlt. Bei Schlangen habe er schon schwere Verbrennungen erlebt, weil sie zu lange auf der Heizung lagen, die Wärme nicht spürten. Ricker: „Falsche Haltung ist oft der Grund für einen Besuch bei uns.“

Die heutige Tierklinik ist übrigens nur ein Teil des alten Bezirksinstituts für Veterinärwesen in Neumühle, in dem zu DDR-Zeiten knapp 200 Menschen arbeiteten. Das so genannte Untersuchungsamt wird heute zum Wohnkomplex umgestaltet. Das gesamte Areal hat Baustellencharakter. Dr. Ricker und sein Team wollen bald fertig sein. Wenn alles nach Plan läuft, gibt es dann getrennte Wartezimmer für Hunde und Katzen. Vielleicht kommen die Vierbeiner dann entspannter zur Untersuchung – Bisse am Behandlungstisch gehören nämlich immer noch zu den Hauptverletzungen der Tierärzte.


zur Startseite

von
erstellt am 10.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen