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Zeitung für die Landeshauptstadt

04. Dezember 2016 | 19:24 Uhr

Mehr Einbrüche in Schwerin : Langfinger sind auf Lauben aus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zahl der Einbrüche in Gartenhäuser hat sich in Schwerin im Vergleich zum Vorjahr von knapp 70 auf rund 120 erhöht

Groß war die Ausbeute nicht, die die Langfinger bei ihrem Einbruch in eine Laube in der Kleingartenanlage Nuddelbach in Neumühle machten. Gerade mal zwei Wolldecken aus einem Bettkasten ließen die Täter mitgehen. Um in das Gartenhäuschen zu gelangen, hatten sie ein Fenster aufgehebelt. Auf rund 350 Euro beziffert die Polizei den entstandenen Schaden. Für den Besitzer der Laube ärgerlich genug.

Ein Fall aus diesem Monat – und leider kein Einzelfall. Rund 120 Einbrüche in Gartenhäuser registrierte die Polizei in diesem Jahr in Schwerin schon – deutlich mehr als im vergangenen Jahr, in dem es von Januar bis November lediglich knapp 70 waren. „Es gibt keine Anlage, die besonders betroffen ist“, sagt Polizeisprecher Steffen Salow. Wohl aber ließen sich Schwerpunkte im Stadtgebiet ausmachen.

So führe die Weststadt mit mehr als 40 Einbrüchen in Lauben die Statistik an, berichtet Salow. Im Stadtteil gäbe es allerdings auch eine größere Zahl von Kleingartenanlagen. Mit mehr als 20 aufgebrochenen Gartenhäusern folge Neumühle, an dritter Stelle stehe Görries mit knapp 20 Einbrüchen, so der Polizeisprecher.

Die meisten Einbrüche hätten sich in der dunklen Jahreszeit ereignet, schildert Salow, also zunächst im Januar und Februar und jetzt wieder seit Oktober. Die Täter seien dabei nicht wählerisch: „Die Einbrecher nehmen mit, was sie bekommen können, Wolldecken wie im Beispiel, aber etwa auch Pfandflaschen.“

Tatsächlich würden die allermeisten Laubenbesitzer längst den Rat der Polizei beherzigen und Wertsachen in der Wintersaison nicht in ihren Gartenhäusern aufbewahren, berichtet der Sprecher. So stießen Einbrecher nur in seltenen Fällen beispielsweise auf Unterhaltungselektronik oder Werkzeug, geeignet für einen Gewinn bringenden Verkauf.

Und was tut nun die Polizei? Um all die vielen Kleingartenanlagen in der Landeshauptstadt ständig gleichmäßig zu bestreifen, fehle der Polizei das Personal, sagt Salow. Er setzt deshalb auf die Unterstützung durch den aufmerksamen Nachbarn. Die Gartenfreunde sollten auch in den Wintermonaten tagsüber für Bewegung in der Anlage sorgen, rät der Sprecher. „Man kann verabreden, wer wann nach dem Rechten sieht.“

Ist es besser, eine Laube ohne Wertsachen einfach nicht abzuschließen, um im Falle eines Falles wenigstens Schäden durch den Aufbruch zu vermeiden? Oder sollte das Gartenhaus besonders gesichert werden, um mögliche Täter abzuschrecken? Über diese und andere Fragen der Prävention will die Polizei mit Vertretern der Kleingartenvereine ins Gespräch kommen und nach Lösungen für mehr Sicherheit in den Anlagen suchen. „Wir werden zu einem solchen Gespräch einladen“, kündigt Salow an. Dabei könne dann auch noch einmal die Frage nach den Ursachen für den deutlichen Anstieg bei der Zahl der Laubeneinbrüche auf den Tisch kommen.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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