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Zeitung für die Landeshauptstadt

09. Dezember 2016 | 08:50 Uhr

Schweriner Krankenhaus : Klinikum: weniger Gewinn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Helios-Kliniken können Jahreswirtschaftsplan nicht einhalten - Geschäftsführung mahnt

Die Helios-Kliniken werden ihre wirtschaftlichen Ziele in diesem Jahr offenbar nicht erreichen. Das geht aus einem Schreiben der Geschäftsführung hervor, das der SVZ vorliegt. Den Brandbrief schickte Geschäftsführer Thomas Rupp an alle Chefärzte und Abteilungsleiter. „Ich bin sehr enttäuscht.“ Das Monatsergebnis für Oktober bezeichnet der Krankenhauschef als „niederschmetternd“. „Insgesamt verschlechtert sich das Monatsergebnis gegenüber der Vormonatshochrechnung um mehr als drei Millionen Euro“, schreibt Rupp. Der Wirtschaftsplan für 2016 werde so nicht eingehalten. Grund seien die hohen Verbrauchskosten, zum Beispiel im OP. Die Steigerung der medizinischen Sachkosten liege über den Planungen.

Thomas Rupp hat sofort einige Festlegungen getroffen. So gilt ein Einstellungsstopp, „es sei denn, die Versorgung der Patienten kann mit der aktuellem Mannschaft nicht mehr aufrecht erhalten werden“. Der Stellenplan darf nicht mehr überschritten werden. Außerdem wird geprüft, ob „Abteilungen, die sich leistungsmäßig in freiem Fall befinden“, zusammengelegt werden können. „Weitere Maßnahmen sind in Vorbereitung“, schreibt Rupp.

Das Helios-Klinikum ist nicht in einer finanziellen Schieflage. Das sagt Sprecher Christian Becker. Zwar würde die geplante Gewinnmarge nicht erreicht, „wir schreiben aber trotzdem noch tiefschwarze Zahlen.“ Mit seinem Schreiben wolle der Geschäftsführer in allen Kliniken mehr Kostenbewusstsein erreichen.

Für den geringeren Gewinn führt Christian Becker mehrere Gründe an. Trotz leicht gesunkener Fallzahlen seien die Kosten gleich geblieben. Das betreffe mehrere Abteilungen. Hinzu komme, dass die neu aufgebaute Herzchirurgie sich zwar für die Patienten jetzt schon bewährt habe, doch die Anlaufkosten, die zum Start Anfang des Jahres getätigt worden seien, müssten natürlich erst einmal wieder erwirtschaftet werden. „Das braucht Zeit, aber wir sind da auf einem guten Weg“, so Becker. Da zudem in einigen Abteilungen die Vergütungen für Leistungen – wie beispielsweise den Einsatz von Hüftgelenken – vom kommendem Jahr an geringer ausfallen werden, müsse man sich schon jetzt darauf einstellen.

Eine Zusammenlegung kleinerer Abteilungen mit ähnlichem oder sich ergänzendem Leistungsprofil sei nichts Ungewöhnliches, und stehe daher auch in Schwerin auf dem Prüfstand. „Wie andere Kliniken suchen auch wir stets nach einer Optimierung unserer Struktur, und zwar nicht nur aus Unternehmenssicht sondern auch aus Sicht der Patienten“, sagt der Pressesprecher. „Wenn in einer Abteilung fünf Ärzte arbeiten und zwei werden krank, ist das ein Problem. Werden aber Abteilungen zusammengelegt und es arbeiten dort dann zehn Ärzte, sind Ausfälle leichter zu kompensieren.“ Becker betont, dass das Schweriner Helios-Klinikum ein Krankenhaus der Maximalversorgung sei und das auch bleiben werde. „Es wird keine Leistungseinschränkungen für die Patienten geben.“

Hausintern kann es aber durchaus Veränderungen geben. Denn die Schweriner Helios-Kliniken sollen wieder in die Erfolgsspur gebracht werden. Per Oktober ist das nicht gelungen. Und so heißt es im Schreiben von Geschäftsführer Thomas Rupp: „Ich hatte gehofft, keine solchen Blut- und Tränenmails mehr schreiben zu müssen.“

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erstellt am 30.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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