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Zeitung für die Landeshauptstadt

27. September 2016 | 20:57 Uhr

Ominöse Sammel-Behälter : Kleidercontainer müssen wieder weg

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"So wie es aussieht, hat uns in Schwerin die Altkleidermafia erreicht", schreibt ein aufmerksamer Schweriner an SVZ, der hinter den neuen Altkleidercontainer nicht nur Hilfsbereitschaft vermutet.

Schwerin | Woher kommen die neuen Altkleidercontainer in der Weststadt, fragt ein aufmerksamer Schweriner, der hinter diesen Sammelbehältern nicht nur Hilfsbereitschaft vermutet. "So wie es aussieht, hat uns in Schwerin die Altkleidermafia erreicht", schreibt er an SVZ. "Bereits im Fernsehen wurde darauf aufmerksam gemacht, dass sich hinter vielen aufgestellten Sammelcontainern alles andere als eine gemeinnützige Einrichtung verbirgt. Unter der auf den aufgestellten Behältern angegebenen Telefonnummern meldet sich niemand." In einer "Nacht- und Nebelaktion" seien die Container an den unmöglichsten Standorten in der Weststadt aufgestellt worden. Er fragt sich, ob das mit rechten Dingen zugeht?

Ein ganz klares "Nein" kommt dazu auf SVZ-Anfrage aus dem Stadthaus: "Die Container sind nicht nur in der Weststadt aufgetaucht. Die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen haben festgestellt, dass seit dem 1. August im Stadtgebiet - verstärkt in der Weststadt, aber auch in Görries und Krebsförden - zahlreiche Altkleidercontainer neu aufgestellt wurden. Dazu gab es auch zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung", so Stadtsprecherin Michaela Christen. Die SDS habe umgehend eine genaue Prüfung eingeleitet, ob die Aufstellung rechtmäßig ist, und die Verursacher ermittelt. Die Überprüfung habe ergeben, dass an mindestens 23 Standorten Sammelcontainer durch Firmen platziert wurden, die in der Landeshauptstadt keine gewerbliche Sammlung angemeldet haben. "Die Verkehrsbehörde der Landeshauptstadt und die SDS gehen jetzt verwaltungs- und ordnungsrechtlich gegen die unrechtmäßig aufgestellten Altkleidercontainer vor", so Christen. "Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihre Aufmerksamkeit und die Hinweise."

Hintergrund: Mit Altkleidern ist mittlerweile ein gutes Geschäft zu machen. In Deutschland warnt beispielsweise der "Dachverband FairWertung e.V." vor vermeintlich wohltätigen Straßensammlungen. Manchmal werden die Kleider an spezialisierte Textilhändler weiterverkauft, mit einem Erlös von etwa 20 bis 25 Cent pro Kilogramm. Anders als viele Kleiderspender glauben, wird die Kleidung nicht kostenlos an Bedürftige in Deutschland oder in Entwicklungsländern verteilt, sondern, wie beispielsweise in Tansania, auf Märkten regulär zum Verkauf angeboten. Da der Handel mit Altkleidern in direkter Konkurrenz zum lokal ansässigen Bekleidungshandwerk steht, kann er zu dessen Zerstörung beitragen.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 11:15 Uhr

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