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Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 03:28 Uhr

Schwerin : Keine Angst vor der Vogelgrippe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Krankheit macht noch Bogen um die Landeshauptstadt – Veterinäramt warnt vor Panikmache und gibt Tipps für den Alltag

Die Vogelgrippe beunruhigt viele Schweriner. Unsere Redaktion erreichen vor allem Fragen zum Alltagsverhalten. Zum Beispiel: Was ist bei Spaziergängen zu beachten? Darf ich noch Enten füttern? Was muss ich tun, wenn ich einen toten Vogel finde? Olav Henschel, Leiter des Fachdienstes Veterinär- und Lebensmittelüberwachung, gibt Antworten.

„Das Wichtigste ist, keine Panik zu machen. Die derzeitige Situation unterscheidet sich grundlegend von der im Jahre 2009. Denn das Vogelgrippe-Virus, mit dem wir es gegenwärtig zu tun haben, ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht pathogen, also für Menschen nicht ansteckend. Das ist gut. Es besteht also keine akute Gefahr für die menschliche Gesundheit.“ Aus dieser Einschätzung heraus resultieren denn auch die Ableitungen für das Alltagsverhalten: Ein Spaziergänger am Zippendorfer Strand oder am Südufer des Pfaffenteichs muss also nicht um seine Gesundheit fürchten, wenn er in Vogelkot tritt oder sein Hund daran herumschnüffelt, erklärt Henschel. Und empfiehlt: „Ein Geflügelhalter indes sollte sich schon die Stiefel waschen, bevor er seinen eigenen Stall betritt.“

Denn Stallpflicht besteht seit einer Woche auch in Schwerin. Haushühner, Truthühner, Perlhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse dürfen nicht mehr ungeschützt im Freien gehalten werden. Das betrifft in der Landeshauptstadt 600 Hühner, 14 500 Puten, 100 Enten und Gänse und 100 Stück sonstiges Geflügel wie Perlhühner, Fasane, Wachteln und ähnliches. Brieftauben sind von der Regelung ausgenommen. Schwerins Geflügelhalter haben die geforderten Maßnahmen umgesetzt.

Doch wie ist mit Wildvögeln im Stadtgebiet umzugehen? Schließlich will niemand die Ausbreitung der Geflügelpest unterstützen. Vom Entenfüttern am Bertha-Klingberg-Platz oder am Zippendorfer Strand hält Veterinär-Fachdienstleiter Henschel nichts. Denn Fakt ist, dass sich an Stellen, an denen sich die Tiere konzentrieren, Krankheiten ganz gleich welcher Art schnell ausbreiten können.

Bleibt noch die Frage nach dem richtigen Verhalten beim Fund eines toten Vogels. Singvögel seien von den Schutzmaßnahmen nicht betroffen, sagt Henschel. Geflügelpest wurde bei ihnen noch nicht nachgewiesen. Findet also jemand im Garten eine tote Meise, sei keine Panik angesagt, sondern das Tier sollte ähnlich wie Hundekot in der Mülltonne entsorgt werden. Handelt es sich dagegen um einen Hühner-, Wasser- oder Greifvogel, muss der Fund dem Veterinäramt oder dem Ordnungsamt der Stadt, Telefon 0385/5452419, gemeldet werden.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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