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Zeitung für die Landeshauptstadt

01. September 2016 | 03:50 Uhr

Missbrauch im Jugendclub Schwerin : Jugendamt-Mitarbeiter des Amtes enthoben

vom

Schweriner Amt soll bereits seit Januar 2015 von sexuellen Übergriffen im Verein gewusst haben - habe aber nichts dagegen getan.

Weil sie Hinweisen auf Kindesmissbrauch nicht konsequent nachgegangen sind, sind die Schweriner Jugendamtsleiterin Carmen Gospodarek-Schwenk und der zuständige Abteilungsleiter von den Aufgaben im Bereich Jugendhilfe entbunden worden. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linkspartei) setzte außerdem eine unabhängige Prüferin ein. Sie soll klären, wie schwer die Fehler des Jugendamtes sind, um möglicherweise weitere Konsequenzen zu ziehen.

Jeder müsse sicher sein können, dass den „kleinsten Hinweisen“ auf sexuelle Übergriffe nachgegangen werde, so Gramkow. Das ist dem Jugendamt im Januar 2015 nicht gelungen. Damals hörte es über einen Schulsozialarbeiter vom Verdacht gegen Peter B., den faktischen Leiter des Jugendtreffs „Power for Kids“  – was für B. ohne Konsequenzen blieb. Er flog erst sechs Monate später auf.

Vor Gericht gestand er inzwischen, 15 Jungen im Alter zwischen sieben und 13 Jahren missbraucht zu haben. Von welcher Art von Übergriffen das Amt wusste, wollte Gramkow nicht sagen. Sie stellt sich u. a. die Frage, warum die Polizei nicht eingeschaltet wurde. Die Entscheidung darüber überließ das Amt dem Schulsozialarbeiter, der Hinweise auf Peter B. von Eltern erhalten hatte und  Hilfe vom Jugendamt erwartete. Als die Eltern ihre Kinder nicht mehr in den Jugendtreff schickten, hielt das Amt die Gefahr für gebannt und schloss die Akte. Gleichwohl betrieb es weiter die Anerkennung von „Power for Kids“ als vertrauenswürdigen Träger der Jugendhilfe. Hätte sie von den Hintergründen gewusst, hätte sie einen entsprechenden Entscheidungsentwurf nicht unterschrieben, beteuerte Gramkow.

Der Stadtvertreter Silvio Horn (Unabhängige Bürger) begrüßte die personellen Konsequenzen. Gleichwohl „verstehen viele Bürger nicht, warum das Jugendamt solange untätig blieb“.

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erstellt am 11.Jan.2016 | 19:36 Uhr

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