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Zeitung für die Landeshauptstadt

08. Dezember 2016 | 01:16 Uhr

Erneuerbare Energie für Schwerin : In der Tiefe ist es kälter als erwartet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Geothermieanlage rechnet sich für die Stadtwerke trotz geringerer Temperatur

Vor einigen Wochen rollte schwere Technik durch Schwerin und Umgebung. Mit Schallwellen wurde untersucht, wo in der Tiefe warmes Wasser für die geplante Geothermieanlage am Heizwerk in Lankow zu finden ist. Jetzt liegt die erste Auswertung vor. Ergebnis: Das warme Wasser ist in geringerer Tiefe zu finden, als zunächst erwartet. „Die Messungen haben ergeben, dass sich das Warmwasser in Lankow in einer Tiefe von 1185 Meter befindet“, sagt Projektleiter René Tilsen von den Stadtwerken. „Die Machbarkeitsstudie war noch von 1260 Metern ausgegangen.“ Durch die geringere Tiefe wird zwar Geld bei der Bohrung eingespart. Allerdings ist das Wasser auch nur 49,5 Grad warm – zwei bis drei Grad kälter, als ursprünglich erwartet. „Die Geothermie-Anlage wird sich trotzdem definitiv rechnen“, sagt Stadtwerkegeschäftsführer Dr. Josef Wolf. „Wir sind ohnehin nicht davon ausgegangen, dass wir 80 Grad heißes Wasser haben werden wie in München.“ Allerdings: Wie warm das Wasser in der Tiefe wirklich ist, wird erst klar sein, wenn die wasserführende Schicht angebohrt ist.

Statt auf 20 Grad soll das warme Tiefenwasser nun auf 17 Grad gekühlt und ihm damit Wärme entzogen werden – mit Hilfe von Wärmepumpen.

Projektleiter Tilsen geht davon aus, dass das warme Tiefenwasser mindestens 30 Jahre genutzt werden kann. „Danach rechnen wir mit einem Temperaturabfall von einem Grad.“ Was nicht eintreten muss. Die Geothermianlage in Neustadt-Glewe arbeitet schon mehr als 20 Jahre und die Temperatur des Wassers ist immer noch konstant.

Die Geothermie wird einen nicht unbeträchtlichen Anteil an der Fernwärmeversorgung in Schwerin haben. Sie soll einen Leistung von 6,7 Megawatt erbringen. Zum Vergleich: Im Sommer sind für ganz Schwerin 13 Megawatt erforderlich.

Die neue Anlage in Lankow wird rund 14,8 Millionen Euro kosten. Etwa die Hälfte davon verschlingt allein die Bohrung. „Die Fernwärmeversorgung in Schwerin soll dadurch aber nicht teurer werden“, sagt Josef Wolf. „Durch geringere Emissionen werden wir aber die Umweltbelastung reduzieren.“ Für den Stadtwerkechef ist das Vorhaben ein Baustein für eine bessere Energieversorgung. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel Geld, Zeit und Mühe investiert, um die Effizienz der Fernwärmeversorgung in Schwerin zu erhöhen.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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