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Zeitung für die Landeshauptstadt

27. März 2017 | 14:42 Uhr

Strassenbau in Schwerin : In der Rogahner Straße wird alles anders

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wegen des schwierigen Baugrundes muss die Stadt umplanen, um die Kosten für die Sanierung nicht ausufern zu lassen

Seit Monaten wird mit aller Härte um die Sanierung der Rogahner Straße gerungen. Den Anwohnern sind die von ihnen zu zahlenden Ausbaubeiträge viel zu hoch, Stadtverwaltung und Stadtvertreter suchen inzwischen nach einer verträglicheren Lösung. Doch jetzt ist ein völlig neues Problem aufgetreten. Die Straße kann nicht so gebaut werden, wie ursprünglich vorgesehen.

Die völlig marode Rogahner Straße sollte nach den ersten Plänen zu einer Edelstraße ausgebaut werden: acht Meter breite Fahrbahn, Fahrradschutzstreifen rechts und links, zwei Meter breite Gehwege auf beiden Seiten. Doch diese Variante würde extrem teuer werden. Der Baugrund ist schlecht, wie sich jetzt herausgestellt hat.

Abschnittsweise trägt der Untergrund gut, im nächsten Abschnitt sehr schlecht. „Wir müssten auf der gesamten Länge den Baugrund stabilisieren“, sagt Carsten Bierstedt vom Verkehrsmanagement der Stadt. Dafür gibt es die Möglichkeit, die Trasse 1,5 Meter tief auszukoffern, also einen eineinhalb Meter tiefen Graben auszuheben, darin ein so genanntes Geoflies zu verlegen und dann mit Kies, Betonbruch und Asphalt die Straße aufzubauen. Das Problem: Bei einem so tiefen Aushub könnte der unmittelbar neben der Straße verlaufende Bahndamm ins Rutschen kommen. Daher wären besondere Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Das alles würde viel Geld kosten. Eine andere Möglichkeit wäre eine Tiefgründung über die gesamte Straßenlänge. Das würde bedeuten: 4000 Bohrpfähle müssten 15 Meter tief eingebracht werden. Über die dafür anfallenden Kosten will die Stadt gar nicht erst nachdenken. „Wir müssen neu planen“, sagt Carsten Bierstedt.

Grundsätzliche Überlegungen gibt es bereits. Die gesamte Straßenanlage soll nicht so breit ausfallen, wie bisher vorgesehen. Die Fahrradschutzstreifen entfallen. Stattdessen wird zwischen der Umgehungsstraßenbrücke und dem Schulzenweg auf der Bahnseite ein Radweg angelegt, der in beide Richtungen befahren werden kann. In diesem Bauabschnitt soll es auf beiden Straßenseiten einen Fußweg geben. Vom Schulzenweg bis zur Eisenbahnunterführung wird es einen Radweg geben, der hier endet. Der ursprünglich durch die Kleingartenanlage führende Radweg entfällt. Fahrradfahrer müssen dann unter den Bahngleisen hindurch und dann weiter auf der Straße Auf dem Dwang fahren.

Einen Fußweg wird es ab dem Schulzenweg nur auf der der Bahn abgewandten Seite der Rogahner Straße geben. Die Fahrbahn wird auf der gesamten Länge nicht 8,5 Meter, sondern nur sechs Meter breit gebaut.

Für Rolf Steinmüller von den Unabhängigen Bürgern, der den so genannten grundhaften Ausbau der Rogahner Straße bisher immer abgelehnt hat, ist der Fußweg auf der Seeseite überflüssig. „Bei der vorhandenen Verkehrsdichte ist er aber vorgeschrieben“, so Bierstedt. „Außerdem gibt es auf der Seite eine Gaststätte und eine Bushaltestelle“, so SPD-Stadtvertreter Frank Fischer.

Die Stadtverwaltung will die Kosten für diese neue Variante des Ausbaus der Rogahner Straße nun in den kommenden Wochen errechnen lassen. „Danach wird es eine weitere Anwohnerversammlung geben“, kündigt Baudezernent Bernd Nottebaum an.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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