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Zeitung für die Landeshauptstadt

07. Dezember 2016 | 09:41 Uhr

Schwerins Stadtteile : Hühnergegacker und viel Wasser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Serie „Gut leben am Rande der Stadt“: Neumühle ist von viel Natur eingerahmt und bietet kurze Wege in die Innenstadt

Etwas weniger als 100 000 Einwohner leben derzeit in der Landeshauptstadt. Aber nicht alle Schweriner haben ihren Wohnsitz in der Alt- oder in der Paulsstadt – viele wohnen in den Randbereichen der Stadt. Doch wie lebt es sich eigentlich abseits des Marienplatzes, fernab vom Schloss und dem Dom? In der SVZ-Serie „Gut leben am Rande der Stadt“ kommen in den nächsten Wochen Schweriner zu Wort, die am Rande der Landeshauptstadt wohnen. Heute erzählt Anke Weßling vom Leben in Neumühle.

Das „Büro“ von Anke Weßling ist ungewöhnlich: In ihrem Atelier im Kunst-Wasser-Werk stehen weder Schreibtisch noch Stühle. Auf den Tischen liegen stattdessen verschiedene Arbeitsmaterialien wie Spachteln und Rahmen. Anke Weßling ist Künstlerin – sie lebt und arbeitet in Neumühle. „Ich wurde 1970 in Crivitz geboren und bin sechs Jahre später mit meinen Eltern nach Neumühle gezogen“, erzählt sie. Ihre gesamte Schulzeit hat die 46-Jährige hier verbracht. „Früher waren die ganzen Flächen noch nicht bebaut. So kam es mitunter vor, dass meine Eltern und ich mit Skiern über die Äcker nach Lankow gewandert sind“, blickt Weßling zurück. Dann sei sie fortgezogen, „hinaus in die Welt“ – doch seit zwölf Jahren nennt die Mutter einer Tochter Neumühle wieder ihre Heimat.

Seit vier Jahren hat die Künstlerin, die sich auf Plastiken und Malereien spezialisiert hat, ein Atelier im Kunst-Wasser-Werk. „Vorher hatte ich ein Atelier in der Stadt. Aber da meine Familie und ich in der Nähe vom Wasserturm wohnen, ist mein neuer Arbeitsplatz natürlich perfekt“, erklärt Weßling. Auch bei ihrem künstlerischen Thema hat die Umgebung von Neumühle eine gewichtige Rolle gespielt: „Unser Stadtteil liegt zwischen Lankower See, Ostorfer See und Neumühler See. Meine Affinität zum Wasser liegt darin vielleicht begründet“, sagt die Schwerinerin.

Doch Weßling schätzt nicht nur die natürliche Seite ihres Stadtteils. Neben den vielen grünen Flächen und den beiden Seen ist für die Künstlerin auch die Anbindung an die Innenstadt ein großer Vorzug von Neumühle. „Es ist schon toll, wenn man am Ende des Grundstücks Hühnergegacker hört und vorne an der Straße in den Bus einsteigt und in 15 Minuten am Marienplatz ist“, sagt sie. Das viele Kopfsteinpflaster im alten Teil von Neumühle findet Weßling dabei überhaupt nicht schlimm: „Natürlich holpern die Busse bei der Fahrt. Gleichzeitig sorgt das Pflaster aber auch für eine reduzierte Geschwindigkeit bei den Autofahren.“

Insgesamt lebt die Künstlerin eigenen Angaben nach „sehr gerne“ in Neumühle, findet sie hier doch immer wieder Anregungen für ihre Werke. Einen Wunsch hat sie jedoch trotzdem, den sie ihrer Meinung nach mit vielen anderen Neumühlern teilt: „Wir würden uns wünschen, dass endlich wieder Leben in die alte Seeterasse einkehrt“, sagt Weßling und schwelgt dabei in Erinnerungen. Früher hätten dort viele Schweriner gebadet, herumgetollt oder Zeit am Kiosk verbracht. „In den vergangenen Jahren haben sich einige Pächter versucht, doch seit geraumer Zeit steht das Lokal leider wieder leer“, erzählt die Schwerinerin.

Ihren Urlaub verbringt Weßling gerne bei befreundeten Künstlern in Schweden oder Dänemark , „hauptsache am Wasser“. Doch wenn es dann wieder zurück in die Heimat geht, tut das der Laune der Künstlerin keinen Abbruch: Schließlich lebt sie gerne hier – in Neumühle.

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erstellt am 01.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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