zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Juni 2016 | 23:57 Uhr

Jugendherberge Schwerin : Herbergsgäste beleben die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rund 9000 Gäste steigen jedes Jahr im Waldschulweg ab und besuchen Museen, Kinos und andere Freizeiteinrichtungen

Einige der 23 neuen Doppelstockbetten stehen noch verpackt auf dem Flur. 15 000 Euro haben Karin und Ulrich Gursinski in die neuen Möbel investiert. Vier Schränke und 30 Hocker gehören auch dazu. Die Küche ist bereits neu verfliest, die Leitungen unter Putz gelegt. Die Winterarbeit in der Schweriner Jugendherberge ist fast geschafft. In wenigen Tagen beginnt die Saison im Waldschulweg. Für Gursinskis, die schon lange die Unterkunft leiten und sie seit 2004 privat betreiben, bedeutet das: Durcharbeiten bis November. Die Rezeption ist täglich von 6 bis 23 Uhr besetzt.

Rund 9000 Gäste erwarten die beiden in diesem Jahr: Klassenfahrten, Sportgruppen, Radtouristen, Weltenbummler auf Stippvisite. Viel mehr Gäste kann die Herberge mit ihren 90 Betten in 21 Zimmern kaum verkraften. Gursinskis können mit dieser Zahl gut wirtschaften. Inzwischen ist das kleine Privatunternehmen zu einer wichtigen Wirtschaftsgröße in der Stadt gewachsen. Denn fast jeder Gast besucht eine, meistens mehrere touristische Einrichtungen und benutzt den Nahverkehr. Wer einen Aufenthalt bucht, der kann ein ganzes Programm mit bestellen. „Die Weiße Flotte, das Planetarium, der Zoo, die Naturschutzstation, das Eisenbahnmuseum, Landtag, Schloss- und Staatliches Museum gehören zu den touristischen Attraktionen, die wir anbieten“, sagt Gursinski. Abends werden die Gäste gern zum Bowlen oder ins Kino geschickt. „Mit dem Charme der Herberge allein locken wir kaum jemanden hierher“, bekennt er lachend. Obwohl: Ein Gymnasiallehrer aus Baden-Württemberg sei früher extra in den Waldschulweg gekommen, „um seinen Schülern zu zeigen, dass man auch in schlichten Verhältnissen gute und wichtige soziale Erfahrungen machen kann“. Viele der Schüler hatten zu Hause einen eigenen Pool – in Schwerin mussten sie sich Dusche und Toilette im Keller mit vielen anderen teilen.

„Mit unseren Investitionen in den vergangenen zehn Jahren haben wir den Anschluss ans Mittelfeld gut geschafft“, sagt Ulrich Gursinski. Gehobene Herbergen hätten mindestens Dusche und WC im Zimmer und mehrere Aufenthaltsräume. „Der Jugendherbergsverband wollte in den 90er-Jahren in Schwerin groß um- und neu bauen, deshalb ist an der Substanz viele Jahre erst mal nichts gemacht worden. Dann hat man sich von all den Plänen plötzlich verabschiedet “ , erzählt Gursinski. Jetzt machen seine Frau und er aus den alten Standards das Beste. Immerhin: W-Lan gibt es kostenlos im ganzen Haus. Der Koch hat regelmäßig vegetarische Gerichte im Angebot und auch für muslimische Kinder einen Speiseplan parat.

Der Thomanerchor gehörte zu den Herbergsgästen, die Don Konsaken kommen jedes Jahr, aber auch Teilnehmer und Besucher vieler Sportveranstaltungen übernachten am Waldschulweg. Stadtsportbund, Jugendring, Volley- und Handballer gehören zu den Partnern, für die auch langfristig Plätze freigehalten werden. „Am 12. und 13. März bei den Norddeutschen Volleyballmeisterschaften ist das Haus wieder voll“, freuen sich Gursinskis.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Mär.2016 | 04:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen