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Zeitung für die Landeshauptstadt

03. Dezember 2016 | 05:41 Uhr

Hühnerhaltung in Wessin : Henne Berta hinter Gittern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hühnerwirte und Privathalter machen Maßnahmen zur Vogelgrippe zähneknirschend mit

Henne Berta gackert noch munter vor sich hin und schaut neugierig durch die Gitterstäbe. Stallpflicht, Keulung, Biosicherheitsmaßnahmen – alle diese Begriffe interessieren sie nicht. Aber ihren Besitzer Edmund Richter aus Wessin, notgedrungen. Denn die Vogelgrippe grassiert und wird so nicht nur zur Angelegenheit der hiesigen Geflügelhof-Betreiber, sondern auch zum Problem des kleinen Hühnerwirts von nebenan. „Ich hoffe, die Maßnahmen haben schnell wieder ein Ende. Ich habe jetzt alle meine Hühner eingesperrt. Aber auf Dauer schadet das den Tieren“, so Richter.

Er hält zehn Hühner und einen Hahn für den Eigenbedarf, und auch ein Pfauenpaar gehört zu seinem Bestand. Alle Tiere dürfen seit Beginn der Woche nur noch in den mit Gittern verschlossenen Ställen gackern und kratzen. „Die Hühner sind es gewohnt, sich auf dem Gelände zu bewegen. Damit sie nicht ausbüchsen, hole ich den Futter- und Wassertrog mit der Zange raus“, so Richter, der die Maßnahmen zwar alle mitmacht, sie aber als übertrieben bewertet. Er sei froh, dass er mit dem Kauf neuer Hennen noch gewartet hat, denn die alten könne er nun nacheinander schlachten und die derzeitige Anzahl problemlos im Stall halten. Hätte er bereits das neue Geflügel gekauft, „hätte ich die alten Hühner alle auf ein Mal schlachten müssen“. Zudem bemängelt Richter, dass durch die Stallpflicht die Legeleistung gemindert werde. „Für die kleinen Hühnerwirte, die Eier auf dem Hof verkaufen, ist das ein Problem. Wenn das so weitergeht, können die ihre Türen zumachen“, so der Wessiner.

Auch sein Nachbar, Dirk Bahnemann, hält rund 20 Hühner. Die strengen Biosicherheitsmaßnahmen, die derzeit in Schleswig-Holstein gelten und beinhalten, dass keine unbefugten Personen in den Stall gehen dürfen, Tierhalter Schutzkleidung tragen und ihre Hände und Stiefel desinfiziert sein müssen, findet er ebenso wie Richter übertrieben. „Das wäre für uns kleine Hühnerhalter nicht praktikabel.“ Beide hoffen, dass es soweit nicht kommt. Bis dahin passen sie wohl oder übel auf, dass die Hühner im Stall bleiben.

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erstellt am 19.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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