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Zeitung für die Landeshauptstadt

10. Dezember 2016 | 04:04 Uhr

Schwerins Feuerwehr : Helios probt den Katastrophenfall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Intensivstation evakuiert und in Not geratenen Feuerwehrmann gerettet: Wehren der Stadt waren im Klinikum im Großeinsatz

Brand auf der Intensivstation: Sieben Patienten, drei von ihnen mit künstlicher Beatmung, sind auf der Station, als der Rauchmelder anschlägt und Alarm ausgelöst wird. Sechs Patienten können von den Pflegekräften aus der Gefahrenzone gebracht werden. Ein Pfleger und ein beatmeter Patient kommen nicht raus, sind im Rauch eingeschlossen. Berufsfeuerwehr, die Freiwilligen Wehren aus Mitte und Wickendorf rücken an. Etwa 50 Minuten nachdem der Alarm in der Leitstelle eingegangen ist, wird der vermisste Patient aus der verrauchten Station geschoben. Er ist am Leben. Inzwischen ist ein Feuerwehrmann mit schwerer Rauchgasvergiftung zusammengebrochen, wird von Kollegen erstversorgt, kommt dann in die Notaufnahme. Sein Zustand: unter Kontrolle, aber kritisch.

In den Helios-Kliniken war dieses Szenario am Sonnabend nicht der Ernstfall, aber eine authentische Übung. Sie soll zeigen, wo es im Notfall haken könnte, wo an Alarmierungs- und Ablaufplänen nachgebessert werden muss. Knapp 40 Einsatzkräfte der Feuerwehren waren dabei, arbeiteten mit Pressluftatmung und Scheinwerfern, konnten auf der verrauchten Station kaum die Hand vor Augen sehen. Von Stadtbrandamtsrat Axel Behr wurden sie genau beobachtet. Er kannte die Aufgabenstellung und die verschiedenen Schwierigkeiten. Die begannen bei der Wahl der besten Zugänge zur Station, setzten sich fort über das richtige Verhalten an der Rauchgrenze und im Fahrstuhl, führten über die Kommunikation untereinander bis zum perfekten Umgang mit dem Atemgerät. „Bei Atemschutzunfällen sterben die meisten Feuerwehrleute“, sagt Axel Behr. Deshalb sei der simulierte Kollaps eines Kollegen als Spezialität in die Übung eingebaut worden.

Um 8.33 Uhr war der Alarm rausgegangen, um 8.50 Uhr kamen die ersten Retter der Berufsfeuerwehr auf dem Lewenberg an, etwas später auch die Einsatzleitung der Helios-Kliniken Schwerin – mit Geschäftsführer Thomas Rupp und dem ärztlichen Direktor Prof. Dr. Jörg-Peter Ritz. Weitere Lebensretter wurden dann angefordert, die Freiwillige Feuerwehr Wüstmark half in der Yorckstraße beim Stadtbrandschutz, erklärte Feuerwehr-Chef Dr. Stephan Jakobi, der ebenfalls vor Ort war. Um kurz nach 9 Uhr war das Feuer gelöscht, der letzte Patient wurde um kurz vor halb zehn sicher aus der Gefahrenzone gebracht. Anschließend kontrollierten die Feuerwehrleute die Station auf mögliche Glutnester.

Eine erste Bilanz nach der Übung ergab: Bei der Alarmierung der Krankenhausleitung und der Kommunikation zwischen Klinik und Feuerwehr vor Ort habe es kleine Probleme gegeben. Außerdem war die Notaufnahme, die in die Übung mit einbezogen was, an diesem Morgen sehr stark mit realen schweren Fällen beschäftigt. Weiteres werde die Folge-Auswertung aufzeigen.

Die mehr als 1000 Patienten im Krankenhaus waren am Morgen über die Übung informiert worden, die Mitarbeiter am Abend zuvor. Alle reagierten sehr gelassen, bekamen vom Großeinsatz der Feuerwehr nur wenig mit. Als „Intensivstation“ war übrigens das Schmerzzentrum „G2“ ausgewählt worden, das an diesem Sonnabend nicht besetzt war.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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