zur Navigation springen

Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 13:35 Uhr

Ihre Songs geben Hoffnung : „Heimspiel“ für Andrea Berg in Schwerin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schlagersängerin zum elften Mal in der Schweriner Sport- und Kongresshalle

„Seelenbeben“ heißt Andrea Bergs aktuelle Tour, mit der sie heute Schwerin zum Beben brachte. Fast pünktlich fiel der orange-gelbe Vorhang und hoch  oben auf einem Drachenkopf in Steinoptik thronte der Schlager-Superstar. In einem feuerroten Kleid mit roten Flügeln legte sie rockig los. „Lasst uns Drachenreiter sein“, forderte die Schlagersängerin die 6300 Besucher  auf. Von Tänzern und Feuerkünstlern begleitet nahm der Superstar ihre Fans mit auf eine Reise durch ihre große Karriere mit aktuellen Liedern und älteren Hits – getreu dem Motto: „Das hat die Welt noch nie gesehen.“

„Mit Musik kann man trösten“

„Du hast mich tausendmal belogen, du hast mich tausendmal verletzt...“: Selbst wer nicht viel Schlager hört, dürfte die Melodie von Andrea Bergs (50) größtem Hit schnell mitsummen können. Schlager-Deutschland wäre ohne die gelernte Arzthelferin heute schlicht nicht denkbar. Für den anhaltenden Erfolg sorgten dabei auch die beiden Produzenten Dieter Bohlen und DJ BoBo. Die Sängerin, die mittlerweile in Aspach bei Stuttgart lebt, hat ihre neue Tournee am Freitag in Krefeld, ihrer Geburtsstadt, begonnen. Heute Abend spielte sie vor ausverkaufter Sport- und Kongresshalle in Schwerin. Ein Gespräch über Heimat, unsichere Zeiten – und was das mit der Rindfleischsuppe ihrer Oma zu tun hat, führte die Sängerin mit Jonas-Erik Schmidt.

Frau Berg, was ist Heimat für Sie?

Andrea Berg: Heimat ist nicht geografisch zu sehen. Was ich in Krefeld spüre, wo ich geboren bin – das hat im Grunde nichts mit dem Ort zu tun, sondern mit den Menschen und mit den Erinnerungen, die ich damit verbinde. Die erste Liebe, die Eis-Disco, die Rindfleischsuppe von meiner Oma – das ist Heimat für mich.

Sie machen Schlager. Ist das eine Musikrichtung, die besonders viel von so einem Heimatgefühl vermitteln will?

Ich denke schon, schon wegen der Sprache. Denn der wichtigste Zugang zum Herzen ist das Wort. Selbst wenn ich sieben Fremdsprachen sprechen kann, werde ich immer in meiner Muttersprache träumen und fühlen. Du kannst deine tiefsten Emotionen am besten in deiner Muttersprache transportieren.

Viele Menschen denken, dass wir gerade in ziemlich aufgewühlten Zeiten leben, dass die Welt aus den Fugen gerät. Ist das Bedürfnis nach Schlager in unsicheren Zeiten besonders groß?

Es ist wie bei der Rindfleischsuppe von der Oma: Mit Musik kann man Menschen Bilder geben, die ihnen gut tun, die sie trösten. Ganz viele meiner Songs werden bei Beerdigungen gespielt. Die Menschen wünschen sich diese Lieder – weil sie Hoffnung machen.

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen