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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. September 2016 | 07:26 Uhr

Stralendorf bei Schwerin : Hanffelder sorgen für viel Wirbel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

An zwei Stellen bei Stralendorf 1000 Pflanzen entdeckt: Polizei prüft, ob es sich um Rauschmittel oder harmlose Nutzgewächse handelt

Rund um Stralendorf bei Schwerin kocht die Gerüchteküche: Die Polizei hat Hanfanbau entdeckt und gestoppt. Da geht es nicht um vier Pflanzen wie jüngst auf einem Crivitzer Balkon oder um 200 Stück in einem Wohnhaus bei Neukloster: Auf Ackerflächen bei Stralendorf wuchsen an zwei Stellen insgesamt um die 1000 Hanfpflanzen. Zeugen hatten die Polizei darauf aufmerksam gemacht. Die Beamten stellten Pflanzen sicher, weil erst untersucht werden muss, ob es sich um Drogen oder Nutzhanf ohne Rauschpotenzial handelt. Der „Rest“ wurde vom Eigentümer des Ackers vernichtet. Er zeigte sich auch SVZ gegenüber völlig überrascht von dem, was auf seinen Flächen wuchs.

„Wir haben noch kein Ergebnis, ob es sich wirklich um Cannabis mit einem hohen Tetrahydrocannabinol-Anteil handelt“, sagt Isabel Wenzel, Pressesprecherin im Polizeipräsidium Rostock, auf Nachfrage unserer Redaktion. Denn es sei durchaus möglich, dass hier harmloser Nutzhanf aufgelaufen sei. Der ist in verschiedenen Saatmischungen enthalten. Dass so ungewollt Hanf sprieße und heranwachse, komme zwar selten vor, sei aber auch schon in Mecklenburg-Vorpommern passiert, betont Wenzel. Die Polizei nehme den Vorgang aber nicht auf die leichte Schulter, denn mit 800 Hanfpflanzen an einer Stelle und 200 weiteren an einer anderen sei das Ganze allein schon wegen der hohen Anzahl eine aus dem Rahmen fallende Angelegenheit.

 

Cannabis: THC-Gehalt macht den Unterschied

 

Nicht jede Cannabis-Pflanze eignet sich als Rauschmittel. entscheidend ist der Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC). Bei Nutzhanf oder Industriehanf handelt es sich vor allem um Sorten der Art Cannabis sativa. Nutzhanf wird vor allem wegen seiner Fasern angebaut, die auch zu Textilien verarbeitet werden können. Aus den Hanfsamen wird zudem Öl hergestellt. Weitere Pflanzenteile werden als Dämmstoff oder Einstreu für Tiere genutzt. Insgesamt gibt es in der EU 42 zertifizierte Sorten mit niedrigen THC-Gehalten, die für den Hanfanbau zugelassen sind.

Als Drogen- und Medizinpflanze kommt hingegen nur der Indische Hanf (Cannabis indica) in Frage. Als Rauschmittel (Marihuana) wird fast ausschließlich die weibliche, unbefruchtete Pflanze verwendet, da deren Blüten die größte THC-Konzentration aufweisen. Haschisch wiederum ist das gepresste Harz der Hanfpflanze.

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erstellt am 12.Sep.2014 | 20:45 Uhr

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