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Zeitung für die Landeshauptstadt

27. August 2016 | 19:00 Uhr

Überraschung : Günther Jauch spendet für Pinnows Glocke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fernsehmoderator unterstützt Kirchengemeinde mit 20 000 Euro für die Reparatur des defekten Geläuts

Das war eine freudige Botschaft, die Stefanie Behrendt verkünden konnte: Der bekannte Fernsehmoderator Günther Jauch spendet 20 000 Euro für die Reparatur der großen Glocke in der Pinnower Kirche. Wie es dazu kam, erzählt die 68-Jährige: Beim Einkaufen fiel ihr Blick an der Kasse auf eine bunte Zeitung. Darin war zu lesen, dass Jauch viele Projekte finanziell unterstützt. Das Geld stammt aus Einnahmen von seinen Werbeverträgen.

„Da bin ich ganz spontan auf die Idee gekommen, ihn um eine Spende für unsere Glocke mit dem kaputten Joch zu bitten“, erzählt Stefanie Behrendt. Zu Hause verfasste sie mit ihrem Mann einen Brief. Sie schrieb, dass die Dorfkirche aus dem 15. Jahrhundert stammt und die große Glocke nicht mehr erklingen kann, weil das Joch defekt ist und instand gesetzt werden muss. „Wir beschrieben unsere Gemeinde und hatten die Hoffnung, dass dieser Brief Günther Jauch persönlich erreicht“, sagt die Pinnowerin. Eine genaue Adresse hatte sie zwar nicht, hoffte aber, dass ihr Schreiben trotzdem ankomme – bei Günther und Thea Jauch in Potsdam. Auf gut Glück wählte sie noch die Postleitzahl von Potsdam-Mitte. Es dauerte gerade mal zehn Tage, als Stefanie und Hans-Dieter Behrendt Post von Jauch erhielten. Die Anschrift auf dem Kuvert war mit der Hand geschrieben. Im Brief lag ein offizielles Schreiben vom Deutschen Stiftungszentrum in Essen bei – und ein kleines Anschreiben: „Sehr geehrtes Ehepaar Behrendt, danke für Ihren Brief – hier das Ergebnis. Mit freundlichen Grüßen G. Jauch.“ Das Ergebnis, das ist die Bestätigung von der Stiftung, dass für die Reparatur der Glocke 20 000 Euro bereitgestellt werden. Stefanie Behrendt: „Wir haben sofort geantwortet und uns bedankt und ihn und seine Frau zum Festgottesdienst der Glockenweihe eingeladen.“

Auch beim Pinnower Pastor Tom Ogilvie war die Freude groß, als er die gute Nachricht in seiner Urlaubspost erhalten hatte. Die Hoffnung, dass die große bronzene Glocke aus dem Jahr 1494 noch in diesem Jahr instand gesetzt werden kann, ist groß, sagt er. Aufgrund ihres schlechten Zustandes musste sie im Oktober 2013 stillgelegt werden. Zu groß war die Gefahr, dass das 700 Kilogramm schwere Geläut abstürzen könnte. Es gibt aber noch eine kleinere Glocke. Diese ist intakt und wird zu Anlässen auch geläutet. Der Klang der großen aber ist ein ganz anderer. Deshalb liegt den Pinnowern sehr daran, sie wieder läuten zu hören. Ursprünglich waren beide Glocken an geraden Eichenjochen befestigt. Im vorigen Jahrhundert wollte man sich das Läuten einfacher machen und ersetzte die Holzjoche durch gekröpfte Stahljoche. Diese Metalljoche haben die Schäden verursacht. Das habe ein Glockensachverständiger festgestellt, so Pastor Ogilvie. Inzwischen sind die beiden Metalljoche stark korrodiert und drohen an den Schweißnähten zu brechen. Sollte das geschehen, stürzt die Glocke ab.

Die Reparaturkosten liegen nach ersten Berechnungen bei 27 000 Euro. „Unsere Kirchengemeinde hat für diese Projekt Geld gesammelt, berichtet Tom Ogilvie. „Durch die Spende von Günther Jauch scheint es nun möglich, die Sanierung zu beginnen und bis zum Sommer abzuschließen.“ Falls doch noch ein Restbetrag fehlt, wird im Ort noch mal gesammelt.

Kirchenglocken, so erläutert der Pastor, haben eine besondere Bedeutung. Als es noch keine Sirenen gab, riefen sie zur Brandbekämpfung. Heute laden sie zu Gottesdiensten ein. Trauungen, Taufen und Beerdigungen werden „eingeläutet“, das neue Jahr begrüßt. So haben Kirchenglocken für alle Einwohner eine Bedeutung.






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erstellt am 17.Feb.2016 | 21:00 Uhr

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