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Zeitung für die Landeshauptstadt

10. Dezember 2016 | 13:48 Uhr

Schwerin erneuert Straße : Großer Moor wird geliftet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt bekommt Fördermittel für die Sanierung der Achse zum Marstall und für den Schlachtermarkt

Viele Jahre schon hadern Stadt und Anlieger, Markthändler und Touristen mit dem Zustand von Schlachtermarkt und Großem Moor. Seit mehr als fünf Jahren suchen Stadtverwaltung und Wirtschaftsministerium nach einem Förderprogramm, aus dem die Stadt einen Zuschuss bekommen könnte. Bisher hat es nie gepasst. Doch jetzt gibt es vom Bund ein Kommunales Investitionsförderprogramm. Da kann die Stadt zugreifen. „Wir können bis 2020 den Schlachtermarkt und den Großen Moor sanieren und umgestalten“, freut sich Baudezernent Bernd Nottebaum.

Was genau in diesem Innenstadtbereich geschehen soll, steht jedoch noch nicht fest. „Wir sind noch ziemlich beim Stand Null“, bekennt Nottebaum. Derzeit wird ein Grundsatzbeschluss des Hauptausschusses vorbereitet. Konkrete Pläne müssen danach erarbeitet werden.

Einige Randbedingungen stehen aber schon fest. „Wir werden die Fahrbahn im Großen Moor etwas verbreitern“, sagt der Chef des Verkehrsmanagements, Bernd-Rolf Smerdka. „An beiden Seiten werden Parktaschen gebaut.“ Die Baumreihen bleiben stehen, kranke Bäume werden ersetzt. Die „attraktive Sichtbeziehung“ zum Marstall soll besser erlebbar werden.

Für den Schlachtermarkt liegen derzeit drei Varianten vor. Entweder er bleibt in seiner jetzigen Gestaltung erhalten. Oder es wird nach der Oberflächensanierung ein Linde-Karree gepflanzt. Dritte Möglichkeit: Das Gefälle des Platzes wird nivelliert. Das aber würde bedeuten, dass mindestens an drei Seiten Treppenstufen eingebaut werden müssten. Diese dritte Variante ist jedoch verwaltungsintern schon verworfen worden. „Auf jeden Fall werden die 16 Parkplätze an der Südseite des Platzes erhalten“, versichert Smerdka. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass der Parkplatz nördlich des Schlachtermarktes, weihnachtlicher Ausweichplatz für den Wochenmarkt, nicht im Planungsgebiet liegt. Dieses Areal soll nach den Vorstellungen der Verwaltung irgendwann einmal bebaut werden.

Nicht nur die Oberfläche des Schlachtermarktes und des Großen Moores soll saniert werden. „Alle Versorgungsleitungen müssen erneuert werden“, sagt Bernd Nottebaum. Wegen des Baugrundes ein nicht ganz einfaches Unterfangen. „Wir rechnen mit einer Planungszeit von etwa einem Jahr.“

Kosten soll der Schlachtermarkt etwa 1,4 Millionen, der Große Moor rund 1,8 Millionen Euro. Dazu kommen die Kosten der Versorger für die neuen Leitungen.

Für die Gestaltung des Schlachtermarktes wünscht sich Bernd Nottebaum eine breite Bürgerbeteiligung. „Wo, wenn nicht an dieser zentralen Stelle sollten die Schweriner mitreden?“

Dass Schlachtermarkt und Großer Moor jetzt endlich saniert werden können, hat Schwerin auch dem Bundesrat zu verdanken. Der hat die Frist für die Abrechnung der Fördermittel um zwei Jahre verlängert. Ursprünglich sollte bis 2018 alles fertig sein. „Das hätten wir nicht geschafft“, sagt Nottebaum.

Eine besondere Überlegung gibt es noch zum Schlachtermarkt. Was soll aus den Bodenplatten werden? Es gibt schon Stimmen, die sich für eine Versteigerung der bis zu 60 Zentimeter starken Steine aussprechen. Schließlich sind die schwarzen Platten übrig geblieben beim Bau des Berliner Palastes der Republik und wären somit dessen letztes Überbleibsel.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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