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Zeitung für die Landeshauptstadt

03. Dezember 2016 | 07:46 Uhr

Schwerin : Großbrand: Kinder zündelten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein 16- und ein 12-Jähriger hatten Müll entzündet, um sich zu wärmen – dann geriet das Feuer in der Güterbahnhofstraße außer Kontrolle

Auch gestern Morgen sicherte die Feuerwehr die Brandruine der seit Jahren leer stehenden Lagerhalle in der Güterbahnhofstraße. Auch Löscharbeiten waren noch notwendig, bestätigte Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier, der sich am Morgen vor Ort selbst ein Bild gemacht hatte. Die dreigeschossige, unter Denkmalschutz stehende Halle konnte wegen Einsturzgefahr gestern nicht betreten werden.

Gegen 22.10 Uhr war das Feuer in der Halle ausgebrochen und hatte den aus viel Holz und Dachpappe bestehenden Bau schnell verschlungen (SVZ berichtete). Trotz des Einsatzes aller Feuerwehren der Stadt war nichts zu retten gewesen.

Die Verursacher sind indes schon bekannt – ein 12- und ein 16-Jähriger haben sich selbst gemeldet. Beamte der Bundespolizei konnten sie gestern gegen 2.50 Uhr am Obotritenring aufgreifen. Beide hatten nach eigenen Angaben in der Lagerhalle Unrat in Brand gesetzt, um sich aufzuwärmen. Das entfachte Feuer griff schnell auf die Holzkonstruktion des Dachstuhles über, so das wenig später das komplette Gebäude vom Feuer erfasst wurde. Das Kind und der Jugendliche sind als Dauerausreißer der Polizei bekannt. Der Zwölfjährige befindet sich in der Obhut des Kinder-und Jugendnotdienstes, der Jugendliche lebt in einer Kinder- und Jugendwohngruppe in Schwerin.

Vorläufige Bilanz des Brandgeschehens in der Nacht zum Freitag: Insgesamt 69 Feuerwehrleute waren im Einsatz, so der Chef der Schweriner Berufsfeuerwehr Stephan Jakobi. Alarmiert waren neben der Berufsfeuerwehr auch die Freiwilligen Wehren Schlossgarten, Mitte, Warnitz, Wickendorf und Wüstmark. Der Einsatz begann gegen 22.20 Uhr. Die Löschwasserversorgung gestaltete sich zunächst problematisch, da die Feuerwehr auf dem Gelände keine intakten Hydranten vorfand. Vom Obotritenring mussten Schlauchleitungen für das Löschwasser gelegt werden. Seit 3 Uhr war vor Ort eine Brandwache im Einsatz, die gestern Morgen um 7 Uhr noch einmal abgelöst wurde. Die Kriminalpolizei wird die Brandursachenermittlung übernehmen.

Das niedergebrannte Gebäude befindet sich im Besitz der Bahn, konkret der DB Netz AG. Diese hatte gemeinsam mit der Stadt vor drei Jahren einen städtebaulichen Wettbewerb „Entwicklung des ehemaligen Güterbahnhofs Schwerin zum neuen Stadt- und Landschaftsraum“ initiiert. Dabei war die nun zerstörte Lagerhalle als Denkmal integriert gewesen. Doch die Pläne hatten sich zerschlagen. Seitdem war die Bahn weiter auf der Suche nach einem Investor für das rund zehn Hektar große Areal, das Mitte der 2000er-Jahre als Buga-Fläche geplant war. Inzwischen gäbe es konkrete Gespräche mit einem Investor, der dort Einfamilienhäuser errichten möchte. Ob der Brand die Pläne behindert, ist nicht bekannt.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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