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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. Juni 2016 | 03:33 Uhr

Wer kann helfen? : Größter Wunsch: eine Gastfamilie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Junge Ärzte und Techniker aus Indien lernen Deutsch an der Fachhochschule des Mittelstands – und suchen Anschluss

Manas kann sein Glück kaum fassen. Er habe in Schwerin einen „wahren Freund“ getroffen, berichtet der 31-jährige Inder. Thomas Hilgemann, beschäftigt bei der Landtagsverwaltung, habe ihm nicht nur dabei geholfen, die deutsche Sprache besser zu sprechen, sondern ihm auch jede Menge Einblicke in das Leben in Deutschland gegeben, bei Ausflügen und sogar bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier. „Ich hätte nie gedacht, dass ich in einer fremden Kultur so leicht akzeptiert werde“, sagt Manas.

Manas ist in die Bundesrepublik gekommen, um sich in seinem Beruf als Mediziner weiterzubilden, seinen Facharzt zu machen. Doch zunächst stehen deutsche Vokabeln auf dem Stundenplan. „Intercultural Program for Freshman“, so heißt der Kurs, den der Inder belegt hat, organisiert von der „International Academy of Students“. Kursort: die Fachhochschule des Mittelstandes im Alten Fridericianum in Schwerin.

Mit Manas gingen im vergangenen Jahr noch zwölf weitere Akademiker aus Indien und Nepal in Schwerin an den Start, darunter allein zehn Ärzte (SVZ berichtete). Die jungen Leute im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, untergebracht in Wohngemeinschaften, haben alle das gleiche Ziel: Nach dem Einstiegskurs möchten sie sich in Deutschland in ihren Jobs qualifizieren. Zuvor wollen sie aber ihr Gastland kennen lernen. Und nicht nur Manas habe Glück gehabt, schildert Michael Gericke von der „International Academy of Students“. „Es ist uns gelungen, für alle Kursteilnehmer eine nette Familie zu finden.“

Nun hat an der Fachhochschule des Mittelstandes bereits der nächste Kurs mit elf Teilnehmern begonnen. Diesmal sind mehr Techniker als Ärzte bei der Schulung dabei. Die Techniker wollen ihren Master in Deutschland erwerben. Und erneut suchen die Inder Familienanschluss. „Ich werde immer wieder nach Gastfamilien gefragt, weil die Erfahrungen der vorherigen Gruppe so gut waren und die neuen Teilnehmer selbst schon erfahren haben, dass die Menschen anders sprechen als sie es aus dem Unterricht gewohnt sind“, erklärt Michael Gericke.

„In einer Gastfamilie bekommen wir die Chance, Deutsch zu lernen und werden in die Gesellschaft integriert. Die Familie wird uns helfen, das deutsche Gesundheitssystem, die allgemeinen Regeln des Zusammenlebens und die Politik kennen zu lernen“, sagt Mathew, der zu der neuen Gruppe gehört.

So bittet Michael Gericke wiederum Interessierte aus Schwerin und Umgebung, sich um die jungen Leute aus Indien kümmern. Dabei gehe es zum Beispiel um regelmäßige Ausflüge oder sportliche Aktivitäten. „Die Gäste möchten vor allem die deutsche Sprache vertiefen, aber auch das Familienleben, Kultur und das tägliche Leben kennen lernen“, so Gericke.

Familien, die bei dem Projekt mitmachen wollen, können sich unter der Rufnummer 03841-7581170 direkt an Michael Gericke wenden.

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erstellt am 31.Jan.2016 | 10:00 Uhr

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