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Zeitung für die Landeshauptstadt

01. Oktober 2016 | 22:38 Uhr

Goldene Konfirmation in Alt Meteln : Glaube – nicht ohne Zweifel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hannelore Bliemeister engagiert sich in der Kirche und Sonntag feiert sie Goldene Konfirmation in Alt Meteln

Auf dem Gesangbuch lag ein weißes Spitzentaschentuch und darauf ein kleines Kreuz aus Myrtenstängeln. Auch wenn die Erinnerungen an ihre Konfirmation vor 50 Jahren schon etwas verblasst sind, vergessen hat Hannelore Bliemeister diesen Tag bis heute nicht. Morgen wird die Schwerinerin ihn auch feiern. Um 14 Uhr werden sich mehr als 20 Goldene Konfirmanden in der Alt Metelner Kirche noch einmal an diesen besonderen Tag erinnern. Aufgeregt sei sie nicht, versichert Hannelore Bliemeister. Viel mehr ist es eine große Vorfreude. „Ich habe viele meiner Mitkonfirmanden in den Jahren aus den Augen verloren, da ist die Neugier auch groß, was aus dem einen oder anderen geworden ist“, sagt die 66-Jährige.

Eine Prüfung wie vor 50 Jahren muss sie an diesem Wochenende nicht mehr fürchten. Keine Nachfragen zu den Geboten und ihren Erklärungen, auch keine Psalmen zitieren. Und dennoch ist Hannelore Bliemeister sattelfest. Regelmäßig ist sie Gast in der Dom-Gemeinde, arbeitet auch aktiv mit und wenn es in den Terminkalender passt, besuchen sie und ihr Mann den Gottesdienst in Cramon oder Alt Meteln.

Beide kommen vom Dorf, sind erst 1976 in die Landeshauptstadt gezogen.

Der Glaube hat sie stets begleitet, sie gestärkt, aber auch zweifeln lassen. „Meine Mutter ist gestorben, da war ich erst 17 Jahre alt. Da stellt man das Leben und die Gerechtigkeit schon mal in Frage“, sagt Hannelore Bliemeister. Ihre Zweifel an Gott waren zu dieser Zeit groß, doch der Glaube war größer. „Das ist ja das Gute am Glauben. Er schafft auch eine Gemeinschaft, die einen auffängt. Man kann seine Sorgen vorbringen, teilen und manchmal auch Antworten und Auswege finden“, erzählt die ehemalige Krippen-Erzieherin.

In traurigen Zeiten, von denen sie, wie sie sagt, aber glücklicherweise nur wenige erleben musste, hat sich Hannelore Bliemeister an den Psalm 23 erinnert. „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln…“ Wenn sie schlecht schlafen kann, stehe sie auf, lese in den Psalmen. „Dann komme ich zur Ruhe“, schiebt sie hinterher. Das lerne sie, auch dankbar zu sein. „Besonders dankbar bin ich, dass alle drei Kinder so wohl geraten sind, wir zauberhafte sechs Enkelkinder haben und dass es uns gut geht“, sagt sie mit glänzenden Augen und lächelt.

Aber nicht nur auf den Gottesdienst zur Goldenen Konfirmation am Sonntag freut sich die 66-Jährige. „Das schönste Fest ist Erntedank. Ich komme vom Dorf, kenne das Landleben und freue mich dann über die prächtig geschmückten Kirchen. Im Dom ist es besonders schön“, sagt sie.

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erstellt am 18.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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