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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2016 | 09:04 Uhr

Flüchtlinge in Schwerin : Gemeinsam gegen Schläger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Polizei und Stadt wollen straffällige junge Syrer mit einem koordinierten Programm in den Griff bekommen

Polizei und Stadt reagieren auf die aktuellen Ereignisse mit syrischen Flüchtlingen in Schwerin. Nach einer Prügelei auf dem Altstadtfest (SVZ berichtete) haben Polizeichef Ingo Renk und Sozialdezernent Andreas Ruhl „ein Bündel an Maßnahmen auf den Weg gebracht“.

Die Polizei, die ihre Präsenz beispielsweise auf dem Marienplatz deutlich verstärkt hat, will mit gezielten Kontrollen an Brennpunkten die Situation besser in den Griff bekommen. „Sachverhalte mit delinquenten Jugendgruppen und Zuwandererbezug werden in der Polizeiinspektion Schwerin einer zentralen Sachbearbeitung zugeführt“, heißt es von Ingo Renk. So solle frühzeitig erkannt werden, wer von den Flüchtlingen immer wieder straffällig wird und ob sich Gruppen bilden. Nach Angaben von Polizeisprecher Steffen Salow ist in Schwerin noch nicht zu beobachten, dass die jungen Männer in organisierten Gangs unterwegs sind.

Vor allem aber setzt die Polizei auf Prävention. Bei so genannten Gefährderansprachen soll den jungen Flüchtlingen die Konsequenz ihres Handelns klar gemacht werden. Und auch die Stadt setzt auf Vorbeugung. Soweit unbegleitete minderjährige Ausländer beteiligt sind, sollen in Wohngruppen Umbelegungen stattfinden, so Sozialdezernent Ruhl. Betreuer von Wohngruppen und Straßenarbeiter werden jetzt speziell geschult. Im nächsten Monat soll ein neues „Integrations- und Präventionsprojekt mit freien Trägern“ starten, eine dritte Integrationslotsenstelle werde besetzt. Zusätzliche Schulsozialarbeiter, vor allem an der Berufsschule mit Ausländerklassen, würden eingestellt. Die Arbeitsagentur und freie Träger wollen zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten für junge Flüchtlinge schaffen.

Der Leiter der Polizeiinspektion, Ingo Renk, und auch der städtische Sozialdezernent, Andreas Ruhl, sind sich einig: „Wir müssen ein Signal senden ,bis hierher und nicht weiter‘. Letztendlich muss deutlich gemacht werden, dass notfalls drastische Maßnahmen drohen.“

Daran zweifeln scheinbar selbst die Polizisten. Sie nehmen den Syrer öfter mal ein verbotenes Butterfly-Messer ab, schreiben eine Anzeige – und die Jungs machen weiter., erzählen sie hinter vorgehaltener Hand.

Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek versichert, dass jede Anzeige, die von der Polizei kommt, bearbeitet wird. Besteht kein „öffentliches Interesse“ an einer Strafverfolgung, wird das Verfahren auch schon mal eingestellt. Kommt es zur Anklage, so hat das Gericht im Jugendstrafrecht viele Möglichkeiten – von der Ermahnung bis zur Haftstrafe.

Kommentar des Autors

Echte Strafen müssen her

 

Ein paar Sozialarbeiter mehr und öfter mal ein „Du, du“ von der Polizei und das wars? Die jungen Syrer sind aus ihrer Heimat anderes gewohnt und haben in Schwerin schnell herausgefunden, was sie sich leisten können, ohne dass ihnen was passiert. Kriminelle müssen sofort richtig bestraft werden – einerlei, woher sie kommen.

 

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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