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Zeitung für die Landeshauptstadt

07. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Holthusener Nachwuchs : Gemeinde wollen eine neue Kita

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kommune rechnet mit 2,5 Millionen Euro Baukosten, kann das Geld aber nicht aufbringen

Die Holthusener Kita platzt aus allen Nähten. Zu den 84 Plätzen für Krippen-, Vorschul- und Hortkinder sollen 12 hinzukommen. Doch am jetzigen Standort geht das nicht mehr. Deshalb will die Gemeinde neben den Feuerwehr- und Gemeindehaus neu bauen. „Ohne Hilfe schaffen wir das nicht“, sagt Bürgermeisterin Marianne Facklam. Doch die Suche nach Fördergeld gleicht der nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. „Wenn jetzt überall von der Förderung von Kindern und Familien sowie besseren Betreuungsmöglichkeiten geredet wird, dürfen die Investitionen in Gebäude nicht vergessen werden“, fordert Facklam. Sie schlägt vor, dass nicht abgerufene Fördermittel beim Land gebündelt und dann zielgerichtet für Investitionen in Kitas, Schulen und Horte gesteckt werden.

Holthusen meldet schon mal großen Bedarf an. Denn die 2,5 Millionen Euro geschätzte Kosten für einen Neubau sind in der Gemeindekasse nicht aufzutreiben. „Wir halten wahrlich keinen Luxus vor“, betont Facklam. Aber es gelänge gerade noch so, die 20 Quadratkilometer große Gemeinde mit ihren Straßen, Wegen und Grünflächen, mit Kita, dem Feuerwehr- und Gemeindehaus sowie dem Saal am Sportplatz in Schuss zu halten. „Unterm Strich bleibt kein Geld übrig, das wir für Investitionen ansparen könnten“, berichtet die Bürgermeisterin.

Doch für die Holthusener Kinder muss etwas getan werden. Zwar wurde in der alten Schule in den zurückliegenden Jahren immer wieder neuer Platz für die Kinder geschaffen. Doch nun ist das Gebäude voll, voll bis unters Dach. Und der Bedarf an Betreuungsplätzen ist immer noch nicht gedeckt. „Derzeit stehen mehr als 20 Namen auf unserer Warteliste“, erzählt Kita-Leiterin Heidi Runow. Jetzt die alte Schule komplett umzubauen und noch anzubauen, ist keine Alternative. „Wenn wir dieses Gebäude anfassen, müssen wir alles auf den neuesten Stand bringen“, fügt die Bürgermeisterin hinzu. Das betrifft sowohl den barrierefreien Ausbau als auch Brandschutz- und Sicherheitsbestimmungen. Facklam schätzt, dass das teurer als der Neubau wäre, zumal während der Bauzeit noch ein Ausweichquartier gefunden werden müsste.

Für die neue Kita gibt es hingegen schon konkrete Vorstellungen. Da der örtliche Landwirtschaftsbetrieb seinen Kuhstall am Rande des Dorfkerns bereits aufgegeben hat, steht eine Neuausrichtung dieses Areals an. „Wir möchten gleich hinter unseren Feuerwehr- und Gemeindehaus die neue Kita errichten“, berichtet Facklam. Die ursprünglichen Absicht, eine Haus mit 84 Betreuungsplätzen zu bauen, sind schon überholt. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat in der Bedarfsplanung immerhin 96 Plätzen zugestimmt. Auf der Freifläche zwischen dem ehemaligen Kuhstall und dem Feuerwehrhaus wären zudem noch Platz für Wohnhäuser für junge Familien oder für betreutes Wohnen. „Für diese Bereiche haben wir ebenfalls viele Anfragen“, fügt die Bürgermeisterin an. So gibt es junge Holthusener, die bei ihren Eltern ausziehen oder auch zurückkommen möchten. Hinzu kommen ältere Einwohner, die im Dorf bleiben wollen, es in ihrer jetzigen Wohnung aber nicht können. Insgesamt will die Gemeinde das gesamte Areal des Kuhstalls neu überplanen, die Änderungen dafür stehen kurz vor dem Abschluss. Die Bürgermeisterin ist zuversichtlich, dass so im nächsten Jahr Baurecht für die Kita an neuer Stelle besteht. „Aber ohne Finanzierung hilft uns das nicht weiter“, betont Facklam. Finanzschwachen Kommunen wie Holthusen könne nur weitergeholfen werden, wenn Land und Bund bei der Förderpolitik umschwenken und projektbezogen Geld in die Kindereinrichtung stecken, wiederholt die Bürgermeisterin ihre Erwartungen an die große Politik.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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