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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2016 | 03:55 Uhr

Stolperfallen in Schwerin : Gehwege: Sanierungsplan steht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Konzept sieht für viele Bürgersteige in der Stadt dringenden Handlungsbedarf, doch das Geld reicht noch lange nicht aus

Ute Moldenhauer ist noch gut zu Fuß. Sie benötigt keinen Rollator und kennt die schlechten Fußgängerwege in der Stadt. Dennoch ist sie im Schwälkenberg gestürzt. „Im Sommer wächst das Unkraut zwischen den Spalten der wackeligen Gehwegplatten“, erzählt sie. „Ein falscher Tritt und ich lag auf dem Boden.“

Abgesackte Platten, Risse in der Oberfläche und Mulden mit Stufenbildung – die Geh- und Fahrradwege in Schwerin sind renovierungsbedürftig. Das haben auch die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) festgestellt und gestern das so genannte Unterhaltungskonzept der Straßen-Nebenanlagen präsentiert.

„Etwas mehr als 148 000 Quadratmeter müssten saniert werden“, erklärte Ilka Wilczek. Die Werkleiterin der SDS stellte den Maßnahmenplan für die nächsten vier Jahre vor, der zum ersten Mal für die Landeshauptstadt ausgearbeitet wurde.

Dafür wurden 2 535 Abschnitte von Geh- und Radwegen, Plätze, Trenn-, Seiten-, Rand- und Sicherheitsstraßen sowie den Grünstreifen an den Straßen zunächst nach Nutzung in vier Kategorien eingeordnet. „Wir haben in einem nächsten Schritt diese Abschnitte nach vier Kriterien bewertet“, so
Wilczek. Allgemeine Unebenheiten waren der Hauptfaktor, hinzu kamen offene Pflasterungen, Oberflächenschäden sowie der Zustand der Entwässerung. Daraus wurde für jeden Abschnitt eine Schulnote errechnet. „Zwar haben 53 Prozent die Note eins erhalten, aber die schlechteren Wege werden eher wahrgenommen“, stellte Ilka Wilczek fest.

Der Bürgersteig im Schwälkenberg bekam die Note fünf und ist nur einer von vielen Gehwegen, die in den kommenden Jahren saniert werden müssen. Auch in der Carl-Moltmann-Straße sieht die SDS einen „unaufschiebbaren Handlungsbedarf“. Der dortige Fußgängerweg erregte in jüngster Zeit besonders die Gemüter der SVZ-Leser. Zwar wurde die Fahrbahn im April instand gesetzt, doch der Gehweg sei weiterhin sehr holperig – speziell für Rollatoren. Durch das einseitige Parken und das Kopfsteinpflaster werde die Situation noch verstärkt, beklagen die Leser.

2017 werden zwei Millionen Euro zur Verbesserung der Bürgersteige benötigt, im Haushalt sind aber nur 250 000 Euro dafür vorgesehen. 233 000 Euro sind für laufende Arbeiten eingeplant. „Wir müssen leider eine Auswahl treffen“, sagt Ilka Wilczek bedauernd.

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erstellt am 21.Sep.2016 | 09:00 Uhr

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