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Zeitung für die Landeshauptstadt

10. Dezember 2016 | 15:42 Uhr

Neue Wiligrader Ausstellung : Gang entlang der Pinselstriche

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zahlreiche Interessierte besuchen Eröffnung der Wiligrader Kunstbörse / Unterschiedliche Werke – vielfältiges Angebot

Ein typisch grauer Novembertag. Leichter Nieselregen. Der Kies knirscht unter den Schuhsohlen, doch der Weg zum herrschaftlichen empor ragenden Schloss ist nicht mehr weit. Mit etwas Kraft lässt sich die schwere Holztür öffnen. Aus dem Inneren des Gebäudes laden angenehm sanfte Jazz-Klänge den Besucher ein, näher zu kommen. Nun knirscht nicht mehr der Kies unter den Schuhen, sondern es knarzt der alte Holzboden unter den Sohlen.

Es ist der Tag der Eröffnung. Im Inneren des Schlosses Wiligrad wird eine klare Linie im Ausstellungskonzept der 26. Kunstbörse deutlich – farblich harmonisch, die Größenverhältnisse passend, die Laufrichtung optimal. Es geht vorbei an Skulpturen, großflächigen Bilder, kleinformatigen Gemälden, Schmuckvitrinen, bunten Textilen. Im hinteren Teil der Galerie kommt der Besucher ins mit dunklem Holz ausgestattete Kaminzimmer. Gemälde, Vitrinen und zwei weiße Schaufensterpuppen finden sich dort. Sie tragen die Mode von Pia Best-Reininghaus. Eco-Print ist das Stichwort. „Ich bearbeite meine Stoffe mit Naturfarben. Die Muster entstehen durch das Auflegen echter Pflanzen“, so die Künstlerin, die bereits seit 20 Jahren Mode kreiert. Das grün gefärbte Material mit den floralen Abdrucken fühlt sich weich zwischen den Fingern an. „Ich arbeite vorwiegend mit Seide. Die Technik stammt von der Australierin India Flint“, so die Textilkünstlerin.

Gegenüber der Ausstellungspuppen von Best-Reininghaus sind zahlreiche filigrane Schmuckstücke anderer Künstler ausgestellt. An den Wänden finden sich Gemälde, die ebenso wie die Textilen an Motive aus der Natur erinnern. Im weiteren Verlauf der Börse gibt es aber auch andere Kunstwerke: bunte, tierische, lustige, abstrakte, düstere. Der Besucher erhält vielfältige Eindrücke. „Wer kauft denn so etwas?“, meint der eine. „Ein schöner Mix. Schöne Kunstwerke“, sagt der andere. Oftmals sind die Köpfe geneigt beim Betrachten der zahlreichen Exponate. Kunst bietet eben viel Raum für Gedanken.

Genügend Platz gibt es dafür in den Räumen auf Schloss Wiligrad. Bis 22. Dezember ist die Schau geöffnet – täglich außer montags.

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