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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2016 | 12:56 Uhr

Schwerins Kliniken : Frühere Irrenanstalt wird saniert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf dem Sachsenberg werden die historischen Gebäude der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik zu einem modernen Krankenhaus umgebaut

Das derzeit größte Bauvorhaben der Helios-Kliniken auf dem Sachsenberg kommt voran. Das Haus 22 der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik wird für rund 13 Millionen Euro saniert und umgebaut. Derzeit wird das Haus entkernt.

Der Putz ist abgeschlagen, an manchen Stellen ist der Blick frei vom Erdgeschoss bis zum Dachstuhl. „Wir werden das Gebäude vollkommen entkernen“, sagt Torsten Dombrowski, Chef des Bereiches Werterhaltung und Bau. „Die Holzbalkendecken beispielsweise entsprechen nicht mehr den heutigen Brandschutzanforderungen.“ Der Dachstuhl ist an vielen Stellen verfault und muss komplett erneuert werden. „Ansonsten ist die Substanz aber noch gut und durchaus erhaltenswert“, so Dombrowski. Er sagt aber auch, dass ein Neubau preiswerter gewesen wäre. Doch der Anfang der 1880er-Jahre errichtete Bau steht unter Denkmalschutz. „Was zu erhalten ist, wollen wir auch erhalten“, sagt der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Dr. Andreas Broocks. Das bedeutet jedoch auch, dass die Helios-Kliniken nicht machen können, was sie wollen. „Die Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde der Stadt ist aber sehr gut“, sagt Torsten Dombrowski.

Das zweitgrößte Gebäude der Flemming-Klinik wurde in den 1960er-Jahren schon einmal umgebaut und erhielt damals auch einen Anbau. Jetzt, wo der Putz abgeschlagen ist, sind beispielsweise die zugemauerten Türen gut zu erkennen. Auch die abenteuerlich anmutenden Verstärkungen des Dachstuhls mit Winkeleisen fallen auf.

Bisher sind aus dem Haus 22 insgesamt mehr als 250 Tonnen Schutt, Sondermüll, Elektroschrott oder auch Holz herausgeholt worden. Technik kann nicht eingesetzt werden. Die Mitarbeiter des Abbruchunternehmens sind vor allem mit Schubkarren unterwegs, teilweise auch treppauf, treppab.

Der erste Teil des Hauses soll im Oktober nächsten Jahres bezugsfertig sein. Das gesamte Haus 22 kann ab dem Frühjahr 2018 genutzt werden. Untergebracht werden sollen drei Stationen mit insgesamt 70 Patientenplätzen. Dazu kommt eine Ambulanz. Außerdem werden Räume für Ergotherapie und Musiktherapie eingerichtet. Hinter dem Haus entsteht ein kleiner Garten für die Patienten, den auch Bewohner der geschlossenen Abteilung nutzen können. „Die Bedingungen werden sich für unsere Patienten und die Klinikmitarbeiter deutlich verbessern“ sagt Prof. Broocks.

Nach der Fertigstellung von Haus 22 werden die Sanierungsarbeiten an weiteren Gebäuden der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik fortgesetzt. Insgesamt werden bis zum Jahr 2021 29 Millionen Euro investiert. Das Geld kommt komplett vom Land. Teilweise sind die Patienten jetzt noch in sehr kleinen Vier-Bett-Zimmern untergebracht. Toiletten und Duschen befinden sich noch auf dem Flur. Das soll sich grundlegend ändern. „Es wird maximal Zwei-Bett-Zimmer geben mit jeweils eigenem Bad“ sagt Torsten Dombrowski.

Noch wird aber aus dem Haus 22 rausgerissen, was nicht mehr zu gebrauchen ist. Dabei machten die Bauleute einen interessanten Fund: Auf einem Zeitungsausriss aus dem Jahr 1879 standen Lottozahlen.

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erstellt am 13.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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