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Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 15:34 Uhr

Pinnower See : Freier Seeblick und mehr Komfort

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Pinnower reden über Neugestaltung am Goderner Strand – angedachter Wohnmobilplatz sorgt für erhitzte Gemüter und Debatten

Die Goderner lieben ihren Badestrand. Darüber war man sich am Dienstagabend einig. Das war es dann aber auch schon. Die Gemeindevertreter hatten sich zum ersten Mal öffentlich mit dem Thema einer Umgestaltung beschäftigt. Mehr als 60 Einwohner der Gemeinde Pinnow waren der Einladung ins Goderner Feuerwehrhaus gefolgt. Zum größten Teil aus dem Ort. Sie wollten nicht nur mitreden, sondern taten es auch – ausschweifend und laut.

„So, wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben“, warf Bürgermeister Andreas Zapf nicht nur einmal ein. Immer wieder erklärte er den Ansatz. Der Goderner Strand sei offiziell als Badestrand ausgewiesen und müsse somit gewisse Parameter erfüllen. So soll das Areal künftig verpachtet werden. Um aber einen Interessenten – der jetzige Pächter geht in vier Jahren in den Ruhestand – zu finden, müsse sich am Strand Geld verdienen lassen.

„Der Kiosk hat seine besten Zeiten hinter sich. Der ganze Platz hat Entwicklungspotenzial“, sagt Zapf und spricht von einem ersten Entwurf mit einem Mehrgenerationenspielplatz, einer neuen gastronomischen Einrichtung mit Außenterrasse sowie einem Wohnmobilstellplatz.

Doch allein schon beim Wort Wohnmobil klingelten bei zahlreichen Versammlungsgästen die Alarmglocken. „Wir wollen hier keine Wohnmobile“, wetterte eine Anwohnerin und bekam reichlich Zustimmung aus den Reihen der anderen Gäste. Doch nicht nur der Bürgermeister, auch die Planer warben für einen neutralen Blick auf das Projekt. „Wie würden Sie gern Urlaub machen? Welche Anforderungen stellen Sie an den Urlaubsort? Und genau das sollten wir hier ermöglichen“, wandte sich Architekt René Göthel an die Besucher. Er wohnt in der Gemeinde, nutzt den Goderner Strand und ist mit dem Thema Wohnmobil-Urlaub vertraut. „Diese Urlauber haben hohe Ansprüche, wollen nicht in der letzten Reihe stehen. Sie mögen Seeblick“, fügte der Pinnower hinzu. Den werde es nach jetziger Planung nicht nur wie gehabt vom Aussichtspunkt geben. Die angedachte Gastronomie werde in einem eingeschossigen Bau untergebracht, mit sehr geringer Dachneigung.

Die Gemeindevertretung war sich zudem einig, dass alle Planungen nur „im Einklang mit dem Naturschutz“ entstehen und die Einwohner der Gemeinde bei den Planungen weiterhin mitgenommen werden. „Sie werden gehört, danach die Träger öffentlicher Belange und dann noch einmal die Einwohner. Doch wir müssen auch wirtschaftlich denken“, erklärte der Bürgermeister. Wenn jedoch keine Veränderung gewollt sei, dann gebe es nur einen Weg: „Wir lassen zehn Meter frei für die Badestelle und verkaufen das umliegende Gelände an Private. Dann ist es kein offizieller Badestrand mehr“, malte Zapf ein Bild, das der Bürgermeister selbst, wie er betont, am wenigsten haben möchte.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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