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Zeitung für die Landeshauptstadt

08. Dezember 2016 | 08:52 Uhr

Schweriner Gewässerpflege : Freie Bahn für Fische

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Aubach wird renaturiert – deshalb muss das Wehr am Pfaffenteich-Nordufer weichen

Es ist ein Szenario wie in einem Fantasy-Film: Der Pfaffenteich läuft über. Kaum vorstellbar, doch die Stadt hat ein Gutachten erarbeiten lassen, in dem dieser Extremfall untersucht wurde: Was passiert, wenn das Wehr am einzigen Auslauf, dem zum Ziegelsee, ausfällt. Ein Vorschlag der Gutachter: Am Nordufer – dort hat der Pfaffenteich das geringste Freibord – sollten dauerhaft mit Sand gefüllte Riesensäcke, so genannte Bigpacks und ein Kran stationiert werden, um im Fall der Fälle das Ufer zu schützen.

„Das machen wir natürlich nicht“, sagt Mark Sierks, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Schweriner See/Obere Sude. Trotzdem will der Verband aktiv werden. „Wir müssen die Wasserrahmenrichtlinie einhalten.“ Diese Vorschrift der EU aus dem Jahr 2000 schreibt vor, dass sich bis 2027 die Gewässer Mecklenburg-Vorpommerns in einem Zustand befinden sollen, der nur gering von einem „natürlichen“ abweicht.

Der Wasser- und Bodenverband ist zuständig für den Aubach von Alt Meteln bis zum Wehr am Auslauf des Pfaffenteichs zum Ziegelsee. „Wir wollen den Aubach renaturieren“, so Sierks. Dabei muss die „Durchgängigkeit für Kleinlebewesen und Fische“ gewährleistet sein. Dafür wird das Wehr am Nordufer durch ein „fischgängiges Bauwerk“ ersetzt. Außerdem wird ein großes Rohr eingebaut, um den Wasserstand regeln zu können.

Wann die Arbeiten beginnen können, kann Mark Sierks noch nicht sagen – der Verband ist auf Fördermittel angewiesen.

Eine Sanierung des gesamten Pfaffenteichs steht dagegen in den Sternen. „Langfristig müssen wir etwas tun, damit das Gewässer nicht völlig verschlammt“, so der Geschäftsführer. Allerdings ist noch nicht klar, wie die der Schlamm aus dem Teich zu bekommen ist. Außerdem: Es fehlt das Geld. Während für den ländlichen Raum Fördermittel der Europäischen Union zur Verfügung stehen, können Städte mit mehr als 50 000 Einwohnern dieses Programm nicht nutzen.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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