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Zeitung für die Landeshauptstadt

09. Dezember 2016 | 01:05 Uhr

Schwerins Bahn : Flotte Elsa und feuriger Stier

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Überwältigende Reaktion und kreative Vorschläge bei Leseraktion um den neuen Namen für einen alten Zug

Diesmal haben Sie es tatsächlich geschafft, liebe Leser: Wir sind gerührt. Und begeistert. Über Ihre Kreativität, wenn es darum geht, einen Namen für einen historischen Zug zu finden, und über die Geschichten, die Sie uns bei dieser Gelegenheit erzählen. Noch bis zum Mai wird die Namenssuche für die nostalgische Bahn dauern. Gezogen wird sie von der frisch sanierten Dampflok „91 134“, die 1898 in Elsass-Lothringen gebaut wurde und in den 50er- und 60er-Jahren Dienst auf dem Schweriner Rangierbahnhof versah. Heute gehört sie den Mecklenburger Eisenbahnfreunden und ist für 610 000 Euro repariert worden.

Dr. Bernd Loscher aus Pingelshagen schlägt den Namen „Eiserner Stier“ vor. Begründung: „Der Stier lebte noch frei im 13. Jahrhundert in unserer Region und war das stärkste Tier der Region. Der Kopf dieses Tieres trägt unser Mecklenburger Wappen. Symbolisch steht dafür eine blutrote Zunge, für Kraft, Stärke und Entschlossenheit. Vergleichbar hat die Lok einen Kessel mit einem glühend, roten Feuer. Die Zähne des Stierkopfes sind silbergrau, so wie der Dampf der Dampflok. Und Hörner hat die Lok auch.“

„Da die 91 134 in Elsas-Lothrigen gebaut wurde, haben wir an Elsa gedacht. Da die Lok wieder flott gemacht wurde und in unserem Bundesland beheimatet ist, möchten wir den Namen ,Uns flotte Elsa’ vorschlagen“, schreibt Familie Tzschieter aus der Schweriner Gartenstadt.

Persönlicher argumentiert Sigrid Bremer aus Rugensee: Sie würde den Zug Rudolf oder Frieda nennen. „Das sind mein Opa und Oma gewesen. Meine Mutter Mia, mein Bruder und ich sind im Bahnhaus Posten 76 in Neu Lübstorf geboren. Die Dampflok fuhr so langsam, dass meine Oma Frieda Essen und Trinken den Lokfahrern hoch reichte.“

Auch Helga Thormann aus Schwerin berichtet aus dem eigenen Leben: „Mein Vater Friedrich Petermann fuhr viele Jahre so eine Lok, die er zu DDR-Zeiten sogar in persönliche Pflege nahm. Meine Idee zum Namen wäre ,Eiserne Auguste’. Schließlich hat sie einen eisernen Willen bewiesen, standzuhalten.“ Für „Triddel-Fritz “ votiert Evelin Eichler-Wißner aus Schwerin, die von 1967 bis 1992 Fahrdienstleiterin mit Fahrkartenverkauf, Schrankenwärter, Frachtdienst und Bahnhofs-Aufsicht in Rehna war.

Auch andere plattdeutsche Namen erreichten unsere Redaktion. „Oll Felten“ oder „Söten Berta“ findet Marion Verwiebe-Wieth aus Schwerin toll, „Uns Dickmadam“ schlägt Heidelore Rumler aus Plate vor. Für „Dampfende Severine“ plädiert Ingeborg Michaels-Heppner aus Schwerin, „Der feurige Niklot“ ist der Favorit von Roswitha Holler aus Kirch Stück. „Heiße Lady“ stammt von Steffen Möbus aus Schwerin, „Mecklenburger Vagabund“ wünscht sich Volker Hofmann aus Crivitz, „Flotte Emma“ kommt von Ingrid Bluhm aus Crivitz, „Oma Loki“ von Hanni Brügmann aus Schwerin.

Die „Dicke Bertha“, die in den Leser-Vorschlägen immer wieder auftaucht, funktioniert nicht. Das war nämlich der Spitzname mehrerer deutscher Geschütze, die zum ersten Mal im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurden und dort zu den bekanntesten Waffen zählten.

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erstellt am 19.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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