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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2016 | 15:54 Uhr

Enge Rettungsfristen : Feuerwehr will zweite Wache

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die verstärkte Amtsführung erarbeitet mit dem künftigen Leiter gegenwärtig den Bedarfsplan, über den die Stadtvertreter im Herbst entscheiden

Wie schnell kann die Feuerwehr im Notfall vor Ort sein? Wie schnell der Rettungswagen? Das sind die Kernfragen bei der Fortschreibung des so genannten Feuerwehr-Bedarfsplans, an dem die Führung der Schweriner Berufsfeuerwehr derzeit arbeitet. Amtsleiter Jürgen Rogmann und Stellvertreter Jens Krause haben dabei Unterstützung bekommen durch den künftigen Amtsleiter: Dr. Stephan Jakobi übernimmt voraussichtlich am 1. Oktober das Amt, wenn Rogmann in den verdienten Ruhestand geht.

Bei den Fakten sind sich alle drei einig: „Wir listen aus fachlicher Notwendigkeit den tatsächlichen Bedarf auf. Die Entscheidung trifft aber die Politik“, erklärt Amtsleiter Rogmann. Doch auch wenn erst im Herbst die Stadtvertreter das Papier zur Beschlussfassung erhalten, macht das Führungstrio schon jetzt deutlich: „Wir brauchen eine Entscheidung über einen zweiten Standort“, sagt Rogmann. Die selbst auferlegten Rettungsfristen seien nur vom Standort Graf-Yorck-Straße aus nicht für das gesamte Stadtgebiet zu gewährleisten.

Klar ist auch, dass personell weiter aufgestockt werden müsste. Die 183 Personalstellen auf dem Papier sind längst nicht besetzt. Auch das hat etwas mit Einsatzfristen zu tun: Innerhalb von 13 Minuten sollen Personenrettung und Feuerbekämpfung gewährleistet sein – mit 16 Einsatzkräften. Bereits acht Minuten nach Alarmierung sollen die ersten zehn Einsatzkräfte sich um Menschenleben kümmern. Weitere fünf Minuten darauf die volle Stärke erreicht sein. Doch 16 Berufsfeuerwehrleute gibt es oftmals gar nicht pro Schicht. Das Innenministerium will bekanntlich mit der Streichliste noch mehr kürzen. Derzeit sichern die Lebensretter der freiwilligen Wehren ab.

Ein Beispiel: Als es am Donnerstag vergangener Woche an der Marina Nord brannte, rückte die Berufsfeuerwehr aus. Die Freiwillige Wehr Mitte übernahm die Stadtwache. Dann kam die Alarmmeldung, ein Schweriner wolle sich in Lankow das Leben nehmen. Nun rückten auch die ehrenamtlichen Helfer aus – und andere nach. „Das Zusammenspiel klappt gut in Schwerin“, lobt Jens Krause. Auch deshalb kritisieren er und Rogmann deutlich die Sparvorschläge des Landes. „Woher die Berater ihre Vergleichszahlen haben, ist uns völlig unklar“, sagt der Amtsleiter. Ihre Forderungen sind deutlich: Personalstärke pro Schicht bei 14 am Tag und 12 in der Nacht lassen, ebenso die Struktur der Freiwilligen Wehren, die das Innenministerium bekanntlich zusammenlegen will.

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erstellt am 11.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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