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Zeitung für die Landeshauptstadt

29. September 2016 | 10:25 Uhr

Wildschweine in Schwerin : Erlaubnis erteilt: Jäger darf schießen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Rotte Wildschweine durchwühlt seit zwölf Wochen das Schlossgartenviertel

„Die Wildschweine im Stadtgebiet sind nichts Neues“, sagt Kreisjägermeister Hans Hovemann. „Aber bis einschließlich vergangenes Jahr haben sie sich nach jeweils kurzen Ausflügen spätestens nach zwei Wochen wieder zurückgezogen. Das ist jetzt anders.“ Deshalb hat die Stadt nun reagiert: Die aktiven Schwarzkittel sind zum gezielten Abschuss freigegeben.

Zur Erinnerung: Die Schweinerei begann im Juli. „Die Augenzeugenberichte gehen in der Zahl auseinander. Einige sprechen von einer Bache mit sieben Frischlingen, bei anderen ist von einer Rotte mit bis zu zwölf Tieren die Rede“, berichtet Dörte Behring von der Unteren Jagdbehörde der Stadt. Am 7. Juli stellten Anwohner die erste Anzeige.

Das Schwarzwild habe in einigen Fällen leichte Umzäunungen hochgedrückt und sei so auf die Grundstücke in der Schlossgartenallee, im Paulshöher Ring und Paulshöher Weg gelangt. Andere Grundstücke seien gar nicht umzäunt gewesen, berichtet Kreisjägermeister Hans Hovemann.

Auf vielen vormals sehr gepflegten Rasenflächen habe das Schwarzwild eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Denn im Wurzelwerk frisch gewendeter Rasenstücke fänden die Tiere mit Käfern und Larven hervorragende Nahrung. Aber auch kleine Gärten seien zerstört worden, berichtet Dörte Behring. Vor allem Kartoffeln gehörten zur Lieblingsspeise der Schweine.

Und sie hören nicht auf: „Der Buga-Spielplatz ist nahezu flächendeckend umgegrubbert worden“, berichtet Kreisjägermeister Hovemann. Zahlreiche Beschwerden hätten die Stadt darüber hinaus erreicht – auch über das Internetportal Klarschiff.

„Das ist eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Diese müssen wir abwehren“, erklärt Dörte Behring. Und somit hat die Stadt einem Jäger eine „Erlaubnis zum Schießen mit einer Schusswaffe außerhalb von Schießstätten“ erteilt. Solch eine Sondergenehmigung ist nicht ungewöhnlich, allerdings auch kein Alltag. In diesem Jahr ist sie erst das zweite Mal vergeben worden.

Bis zum 30. September hat der Jäger Zeit, die Wildschweine zu erlegen. Das wird er auf einem städtischen Grundstück erledigen. Die große Herausforderung: Der Jäger muss für einen sicheren Kugelfang sorgen. Schließlich könnte der beste Schütze das Tier verfehlen oder der Schuss durch das Schwarzwild nicht gestoppt werden. Oder es entstehe ein Querschläger. „Der Jäger muss die Sicherheit gewähren. Für eventuelle Fehler haftet er persönlich“, erklärt Hans Hovemann.

Vermutlich ziehen die Wildschweine immer wieder aus den Wäldern bei Raben Steinfeld und Consrade in Richtung Schweriner See. Dabei halten sie sich auch länger im Mueßer Wald und im Bereich der Karausche auf.

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erstellt am 21.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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